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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Schon als Kind vom Virus infiziert

27.05.2019
Frage: Herr Müller, Herr Brinkmann, ein Bürgerschütze trägt Zylinder, Sakko, dazu ein Holzgewehr. Wo haben Sie diese Utensilien her?
Brinkmann: Von Papa. Er ist jetzt bei den Trommlern und brauchte das Holzgewehr und den Zylinder nicht mehr. Das Sakko hab ich mir gekauft.
Müller: Das Holzgewehr ist von meinem Onkel Kurt Müller, der hatte eine Tischlerei betrieben. Meinen ersten Zylinder habe ich bei Beuke gekauft, die folgenden bei Flohmärkten. Von meinem Opa habe ich noch einen ganz besonderen Zylinder, der aber sehr lädiert ist. Den halte ich in Ehren und trage ihn zu Schützenfesten natürlich nicht.
Frage: Was gab für Sie den Ausschlag, sich bei den Bürgerschützen einzureihen?
Müller: Ich bin da reingeboren. Mein Großvater Georg Müller war von 1949 bis 1955 Oberst der Bürgerschützen. Ich war dabei, wenn bei ihm am Dienstagmorgen der Treffpunkt war, auch die Musikkapelle kam. Schon damals als Kind bin ich infiziert worden von diesem Virus.
Brinkmann: Ich habe schon als Dreijähriger die Trommler bewundert, wenn sie durch den Flecken zogen. Und mein Papa hat häufig von diesem Fest geschwärmt, wie toll das ist. Im vorigen Jahr habe ich dann mit vier, fünf Freunden erstmals mitgemacht. Durch eine neue Regelung konnte ich das mit 17 schon.
Frage: Wo liegt der Kick?
Brinkmann: Das ist das einzige Fest, bei dem man mit allen Nachbarn zusammenkommt, eine altersübergreifende Gemeinschaft. Und es macht einfach Spaß. Wir haben im letzten Jahr zum Beispiel beim Wachestehen die Idee gehabt, uns alle für ein gemeinsames Bild in den Fotoautomaten zu quetschen. Mit viel Gequetsche ging das.
Müller: Es ist vor allem die Atmosphäre, die gute Stimmung. Zu 99 Prozent ist auch das Wetter gut. Ich habe noch nie erlebt, dass sich Leute in die Haare gekriegt haben. Es geht freundschaftlich, fröhlich zu, auch wenn es mal viel Alkohol gibt. Und: Kleidung und Holzgewehr sind ja fast wie eine Uniform, da fallen die Unterschiede weg.
Frage: Sollte es im Programm des Bürgerschützenfestes mehr Partys geben?
Brinkmann: Ja, am Montagabend. Wenn mein Papa von früheren Festen erzählt, habe ich den Eindruck, dass da am Montagabend mehr los war.
Müller: Für mich nicht. Mir reicht das so wie es ist.
Frage: Was ist mit der Königswürde, war oder ist das ein Ziel?
Brinkmann: Zurzeit geht das für mich nicht, weil ich in der Gemeinde Prinzhöfte und nicht im Flecken wohne und weil ich noch nicht 21 bin. Langfristig ist das auf jeden Fall eine Perspektive.
Müller: Als ich 21 war, habe ich sofort beim Königsschießen mitgemacht. Auch in den Jahren danach. Trainiert habe ich damals dafür nicht. Schon 1976 hat es geklappt, da war ich Schützenkönig, 55 Jahre nachdem 1921 mein Großvater König war.
Frage: Haben Sie einen Wunsch an das Fest?
Brinkmann: Ja, dass meine Freunde alle dabei sind. Es ist bei vielen schwer, Urlaub zu bekommen. Ich selbst habe es geschafft und habe Pfingstdienstag und Mittwoch frei.
Müller: Eigentlich nur, dass das Fest noch viele Jahrhunderte so bleibt. Und dass in Zeiten der künstlichen Intelligenz nicht irgendwann Roboter ausmarschieren.
Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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