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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Interview Zum Terror Von Hanau: „Wir versuchen jetzt, den Opfern beizustehen“

22.02.2020
Frage: Herr Franke, Sie sind nach dem rechtsextremen Anschlag seit Donnerstag vor Ort in Hanau und kümmern sich um die Opfer und Angehörigen. Wie haben Sie dort die Stunden nach dem schweren Verbrechen erlebt?

Beauftragter der Bundesregierung

Edgar Franke (60) ist seit 2018 Beauftragter der Bundesregierung für die Anliegen der Opfer und Hinterbliebenen terroristischer Straftaten im Inland. Der SPD-Bundestagsabgeordnete kommt aus dem nordhessischen Gudensberg.

Franke: Dieses schreckliche Verbrechen hat uns tief erschüttert. Wir sind vor Ort. Ich komme aus Nordhessen und bin sofort nach Hanau gefahren. Wir versuchen jetzt, den Opfern beizustehen und zu helfen, wo immer es geht. Viele Menschen sind geschockt. Sie brauchen noch Zeit, das Geschehene zu verarbeiten. Die Anteilnahme und die Solidarität so vieler Menschen, wie wir sie jetzt erleben, sind wichtig.
Frage: Wie sieht Ihre Hilfe konkret aus?
Franke: Wir sind vor Ort und bieten unsere Unterstützung an. Wir haben ein Informationszentrum eingerichtet und eine Telefon-Hotline geschaltet, die rund um die Uhr erreichbar ist. Es stehen ebenfalls rund um die Uhr psychologische Fachkräfte zur Verfügung. Es gibt Hilfe in ganz praktischen Fragen. Wir kümmern uns auch um finanzielle Soforthilfen für die Familien der Opfer. Gerade die Lehre aus dem Attentat auf dem Berliner Breitscheidplatz war, dass die Opfer schnell Hilfe benötigen. Es gibt einen Härteleistungsfonds des Bundes. Daraus können Hinterbliebene innerhalb von zwei Wochen eine Soforthilfe von 30 000 Euro erhalten.
Frage: Es hat in der Vergangenheit, ganz konkret nach dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz, viel Kritik gegeben. Opfer und ihre Angehörigen haben sich allein gelassen gefühlt. Hat man aus den damaligen Fehlern gelernt?
Franke: Ja. Eine wichtige Lehre war, dass Opfer schrecklicher Terroranschläge einen Ansprechpartner der Bundesregierung brauchen, der unmittelbar danach, aber auch noch lange Zeit nach einem Anschlag für sie da ist und Hilfen koordiniert. Das ist meine Aufgabe. Inzwischen wurden zudem die finanziellen Soforthilfen des Bundes verdreifacht. Nach dem Anschlag in Halle wurde dieses Geld in kürzester Zeit an die Betroffenen gezahlt. Das kann das schreckliche Leid des Verlusts der eigenen Eltern oder Kinder nicht lindern. Aber zumindest ist es eine Hilfe für die nötigsten Dinge, die in diesem Moment wichtig sind. Ein Problem bleibt allerdings, dass viele Behörden der Kommunen, der Länder und des Bundes mit dem Thema befasst sind. Diese Bürokratie mit oftmals vielen Anträgen hat manche zermürbt. Hier gibt es noch einiges zu verbessern. Daran arbeiten wir.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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