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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Interview Zur Mahnwache In Harpstedt: „Wir werden wohl auch im Alter da stehen“

06.10.2018
Frage: Herr Mikutta, seit wann gibt es die Mahnwache und warum?

Mikutta: Die Mahnwache gibt es seit April 2011. Auslöser war die Explosion des Kernkraftwerkes in Fukushima im März 2011 und das Unvermögen, damit zurechtzukommen. Die Kernschmelze findet ja immer noch statt. Fukushima war nicht irgendein Kernkraftwerk, sondern eines der sichersten der Welt. Viele erinnerten sich an Tschernobyl, jetzt wiederholte sich das.

Frage: Wie viele Menschen nehmen teil – und ist die Resonanz womöglich frustrierend?

Mikutta: Es kommen zwischen ein und 30 Personen. Das ist ja typisch für Mahnwachen, dass im Prinzip auch ein Teilnehmer ausreicht. 1957 waren es nur zwei Personen, die gegen eine atomare Wiederbewaffnung demonstrierten. 2017 hat es für diese Kampagne den Friedensnobelpreis gegeben. Für die Altersgruppe, die bei uns teilnimmt, ist das überhaupt nicht frustrierend.

Frage: Welche Altersgruppe ist das denn?

Mikutta: Die Teilnehmer sind zwischen 40 und 70. Die meisten sind Abgeordnete oder Ratsmitglieder, quer durch die Fraktionen. Was uns fehlt, ist das Verständnis und die Teilnahme von jungen Leuten.

Frage: Erleben Sie auch Proteste gegen die Mahnwache?

Mikutta: Riesen-Stress hatten wir, als die Samtgemeinde ihren Flächennutzungsplan geändert und dadurch in großer Zahl Windräder ermöglicht hat. Da sind wir verbal angegangen worden.

Gleich am Anfang der Mahnwachen mussten wir noch jede Veranstaltung als Demonstration unter freiem Himmel beim Landkreis anmelden. Da wurde befürchtet, dass es zu Unruhen kommen könnte. Weil das Anmelden ein großer Verwaltungsaufwand war und die Befürchtung nicht eingetreten ist, haben wir uns geeinigt, auf das Anmelden zu verzichten.

Frage: Was hat die Mahnwache überhaupt mit Harpstedt zu tun?

Mikutta: Erstens befinden sich drei niedersächsische Kernkraftwerke, Grohnde, Nordenham und Lingen, in der Nähe. Wenn die in die Luft gehen, kriegen wir was ab. Zweitens sind wir bei der Endlager-Suche nicht außen vor. Jede umliegende Gemeinde kann ein Such-Standort werden. Wir auch.

Frage: Warum wird es bei der Mahnwache an diesem Sonnabend auch um Kohlekraftwerke und den Hambacher Frost gehen?

Mikutta: Wenn wir überlegen, wie wir eine Energiewende machen, dann ist der Ausstieg aus der Atomenergie und der Kohle gleich zu behandeln.

Frage: Wie lange wollen Sie noch Mahnwachen abhalten?

Mikutta: Bis sichergestellt ist, dass es ein sicheres Endlager gibt. Die Endlagerkommission hat das Thema auf 2050 verschoben. Ich glaube, wir werden auch im hohen Alter da stehen.  Die Mahnwache an diesem Sonnabend, 6. Oktober, findet von 11.30 bis 12 Uhr auf dem Marktplatz Harpstedt statt. Alle Einwohner der Samtgemeinde werden um eine Teilnahme gebeten.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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