• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Investitionen in Krankenhäuser viel zu gering

11.06.2015
Frage: Herr Baum, wie glücklich sind Sie mit der Krankenhausreform?
Baum: Schon jetzt schreiben mindestens 40 Prozent der Krankenhäuser rote Zahlen. Deren Lage wird sich durch die Reform noch verschärfen. Der Bedarf an Behandlungen in Kliniken wird in den nächsten Jahren deutlich steigen. Aber die Regelungen für die Vergütung werden immer restriktiver. So kann man nicht kostendeckend arbeiten. Wir werden Schwierigkeiten haben, das bisherige Niveau der Versorgung überall aufrecht zu erhalten. Wenn wir für jede zusätzliche Geburt nur noch 50 Prozent der Fallpauschalen erhalten, haben wir ein Problem. Darüber hinaus sollen den Krankenhäusern in Deutschland ab 2017 insgesamt 500 Millionen Euro entzogen werden. Mit diesem Geld kann man 10 000 Pflegekräfte bezahlen.
Frage: Wird sich was am Investitionsrückstand ändern?
Baum: Nein. Auch in dieser Hinsicht ist die Reform eine riesige Enttäuschung: Die Länder zahlen derzeit knapp drei Milliarden Euro für Investitionen in den Krankenhaussektor. Jeder weiß, dass dieser Betrag viel zu gering ist, wenn wir fachlich und technisch den Anschluss halten wollen. Erforderlich wären Mittel von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr. Der Sanierungs- und Modernisierungsstau ist schon sehr groß. Die Bundesregierung schlägt jetzt einen Strukturfonds mit 500 Millionen Euro vor. Er soll aber einzig und allein dazu dienen, nicht benötigte Krankenhäuser abzuwickeln oder umzuwidmen. Modernisierungen und Investitionen für mehr Patientensicherheit bleiben auf der Strecke.
Frage: Die ambulante Notfallversorgung der Kliniken wird immer häufiger in Anspruch genommen. Ein Alarmzeichen?
Baum: Uns beunruhigt die Entwicklung, weil die Notfallambulanzen stark defizitär sind. Wir erhalten für jede Behandlung 32 Euro, die Kosten betragen rund 120 Euro. Das führt unterm Strich zu einem Defizit von einer Milliarde Euro. Wir brauchen eine grundsätzliche Reform der Finanzierung der ambulanten Notfallversorgung. Wenn Patienten lieber ins Krankenhaus gehen als zum niedergelassenen Arzt, müssen in den Kliniken die entsprechenden Strukturen vorgehalten werden. Es kann auf die Dauer nicht sein, dass Krankenhäuser mit ihren Notfallambulanzen rote Zahlen schreiben.
Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2018
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.