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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Jade Hochschule erforscht Lecks im Hochwasserschutz

05.11.2016
Frage: Die Wesermarsch liegt zu einem großen Teil unterhalb des Meeresspiegels. Wie soll sie durch Ihr neues Forschungsprojekt an der Jade Hochschule geschützt werden?
Bormann: Der technische Hochwasserschutz bietet keinen vollständigen Schutz – auch wenn man sich als Anwohner darauf verlässt, dass die Deiche sicher sind. So sagt es ja auch das Umweltministerium. Unser Problem ist aber, dass man sich gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels nicht mehr zu 100 Prozent sicher sein kann. Wir versuchen, den Teil des Hochwasserschutzes und des Hochwasser-Risikomanagements zu stärken, der über die baulichen Maßnahmen hinausgeht. Unser Ansatz ist, zu prüfen, wie ein System oder auch der Landkreis Wesermarsch widerstandsfähiger gegen Hochwasser werden kann, indem er besser informiert und organisiert wird.
Frage: Wie sehen Sie die Bedrohung durch Hochwasser in der Zukunft?
Bormann: Wir rechnen damit, dass Hochwasserereignisse zunehmen. Sowohl in der Häufigkeit, wie auch in der Intensität. In der Wesermarsch haben wir den besonderen Fall, dass das Hochwasser nicht nur von einer Seite, sondern von beiden kommen kann. Es kann über eine Sturmflut der Nordsee und von der Weser her kommen. Das Worstcase-Szenario wäre, dass beides gleichzeitig passiert. Darauf ist man nicht vorbereitet. Das ist einer der Ansatzpunkte unseres neuen Forschungsprojektes.
Frage: Wie würde ein Verbesserungsmodell und Forschungsprojekt denn konkret aussehen?
Bormann: Wir suchen zum Beispiel Informationslücken, indem wir Katastrophenschutzübungen begleiten. Durch praktische Übungen stellt man oft fest, dass man an bestimmten Punkten gar nicht mehr genau weiß, welche Infrastruktur noch benutzbar ist – welche Straße oder Tankstelle ist noch zu nutzen, wenn die Straßen unter Wasser stehen. Eine umfassendere Informationsgrundlage hilft da, diese Szenarien noch realitätsnäher werden zu lassen. Und um zu schauen, wo kritische Punkte sind, damit das Katastrophenmanagement verbessert werden kann.

Prof. Dr. Helge Bormannist Projektleiter des neu bewilligten Forschungsprojektes „Frames“ (Flood Resilient Areas bey Multi-layEred Safety). Das Projekt zum Hochwasser-Risikomanagement wird mit 6,9 Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert.


Infos unter   www.jade-hs.de 
Lina Brunnée
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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