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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Jede Meldung kann Schutz der Schweinswale verbessern

16.03.2013
Frage: Kürzlich haben Sie Meldung von ersten Schweinswalen in diesem Jahr in der Elbe erhalten. Wie oft tauchen die Tiere in Jade und Weser auf?
Wenger: Seit einigen Jahren werden vermehrt Schweinswale gesichtet. Seit 2007 erheben wir die Daten dazu. Wir haben festgestellt, dass sie vor allem zwischen März und Juni in Jade und Weser sowie Elbe vorkommen. Besonders regelmäßig werden sie in der Jade bei Schillig und am Südstrand von Wilhelmshaven gesehen, wo die Tiere im Hafenbecken jagen. Meist sind sie einzeln oder zu zweit unterwegs. Teilweise auch in größeren Gruppen von sechs, acht oder gar zehn Tieren. Leider gibt es auch viele Todfunde. Im Sommer bekommen wir keine Sichtungsmeldungen.
Frage: Gehören Jade und Weser zum normalen Lebensraum der Schweinswale?
Wenger: Es gibt sechs Schweinswalarten und von dreien ist bekannt, dass sie auch in Flüssen schwimmen. Meine Recherchen haben ergeben, dass unsere heimischen Schweinswale bis vor etwa hundert Jahren regelmäßig in den großen norddeutschen Flüssen gesichtet wurden. Doch dann wurden sie gejagt und die Flüsse wurden stark verschmutzt, so dass die
Meeressäuger mit dem Rückgang der Fische aus den Flüssen verschwunden waren. Inzwischen tauchen sie wieder dort auf. Wir vermuten, dass sie wandernden Fischschwärmen wie Stint und Finte folgen, die zum Ablaichen in die Flussläufe schwimmen.
Frage: Was kann jeder machen, der einen Schweinswal entdeckt?
Wenger: Am besten ganz genau beobachten was er macht, wie weit er vom Ufer entfernt ist und ob er verletzt ist. Dann bei mir melden oder per Internet die Sichtung in das Formular eintragen.
Frage: Was passiert mit den Daten?
Wenger: Die Daten werden sehr genau gesammelt und an Naturschutzbehörden weitergeleitet.
Frage: Konnten die Erkenntnisse schon zur Einrichtung eines Schutzgebietes führen?
Wenger: Der Schweinswal ist eine geschützte Art der europäischen Fauna-Flora-Habitatrichtlinie und muss bei Eingriffen in seine Lebensräume berücksichtigt werden. Um mehr über die Bedeutung der neuen Gebiete zu erfahren, brauchen wir noch mehr Daten. Daher ist jede Meldung so wichtig. Nur dann können wir mehr Schutz für die Schweinswale erreichen.

Denise Wenger(49) ist Biologin bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (DRG). Dort betreut sie das Projekt zur Dokumentation der Schweinswale, die inzwischen nicht nur in der Nordsee, sondern vermehrt auch in Jade, Weser und Elbe auftauchen.


Infos unter   www.schweinswale.de