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Jedes Jahr werden 20 000 Fachkräfte mehr benötigt

19.03.2016

Frage: Herr Laumann, die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, aber es fehlt an Personal. Steuert Deutschland auf einen Pflegenotstand zu?

Laumann: Einen Pflegenotstand wird es nicht geben. Wenn wir für genügend Ausbildungsplätze sorgen und den Pflegeberuf attraktiver machen, können wir die Probleme lösen. Die Zunahme der Pflegebedürftigen kommt ja nicht von einem Tag auf den anderen, sondern Schritt für Schritt. In nächster Zeit werden wir jährlich zwei bis drei Prozent mehr Pflegefälle haben. Wir brauchen deshalb auch jedes Jahr 20 000 Fachkräfte mehr in der Pflege.

Frage: Schaffen wir das?

Laumann: Wir machen die Ausbildung für Pflegedienste und Heime attraktiver. Bisher haben wir erst in fünf Bundesländern eine Ausbildungsumlage für die Pflege. Der große Vorteil der Umlage ist: Einrichtungen mit vielen Auszubildenden sind nicht teurer als diejenigen, die nicht ausbilden. Mit dem neuen Pflegeberufsgesetz wollen wir dieses System auf ganz Deutschland übertragen. Und: Wir machen die Pflegeausbildung attraktiver – mit einem generalistischen Ansatz. Wer diese Ausbildung erfolgreich absolviert, kann hinterher in allen Bereichen arbeiten, ambulant, stationär, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder beim Pflegedienst.

Frage: Kritiker bezweifeln, dass eine Universalausbildung den speziellen Anforderungen der Pflege gerecht wird...

Laumann: Auch bei der Generalistik bleiben Spezialisierungen möglich. Die neue Pflegeausbildung wird eine duale Ausbildung sein, für drei Jahre, mit dem Realschulabschluss als Zugangsvoraussetzung. Eine darüber hinausgehende Spezialisierung in einem bestimmten Bereich – zum Beispiel in der Anästhesie – ist auch weiterhin möglich – ebenso wie eine akademische Pflegeausbildung mit Bachelor und Master.

Frage: Haben Hauptschüler nach der Reform überhaupt noch Chancen?

Laumann: Hauptschüler mit Realschulabschluss werden auch künftig die Pflegeausbildung machen können. Für alle anderen besteht zunächst die Möglichkeit einer Ausbildung zum Pflegeassistenten oder Pflegehelfer. Dieser Weg kann dann konsequent weiterführen. Wer weitermacht, kann es später unter Anrechnung der Ausbildungszeiten bis zum Staatsexamen schaffen.

Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
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