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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Kein Tag zum Feiern“

24.07.2019
Frage: Herr Santjer, Ihre Fraktion hatte Sie gefragt, ob Sie als hafenpolitischer Sprecher am Festakt zur Elbvertiefung in Hamburg teilnehmen wollen. Sie haben abgewinkt. Warum?
Santjer: Weil es für mich kein Tag zum Feiern ist.
Frage: Warum nicht?
Santjer: Ich glaube, dass die Elbvertiefung keine gute Lösung ist. Als Cuxhavener hatten wir schon in der Vergangenheit mit den negativen Auswirkungen der vorherigen Elbvertiefungen zu kämpfen, etwa bei der erhöhten Strömungsgeschwindigkeit und durch höhere Fluten. Die jetzt gestartete und erst im Jahr 2021 fertiggestellte Vertiefung, bei der etwa 40 Millionen Kubikmeter Sand bewegt werden müssen, wird eine erhöhte Unterhaltungsbaggerung vor unserer Küste nach sich ziehen. Hier muss gewährleistet sein, dass das Weltnaturerbe Wattenmeer durch das Baggergut nicht geschädigt wird. Was jetzt passiert, ist alles in allem für die Elbe nicht gut. Ich mache mir große Sorgen um die Lebensader unserer Region.
Frage: Der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven hat Ihrer Meinung nach das Potenzial, eine deutlich größere Rolle zu spielen. Warum bleibt der Hafen dennoch nach wie vor hinter den Erwartungen und hinter seinen Kapazitäten zurück?
SANTJER: So ein Hafen braucht eine Vorlaufphase. Die hat er gehabt, und ich bin sehr optimistisch, dass Wilhelmshaven künftig immer besser ausgelastet sein wird.
Frage: Wäre die Elbvertiefung hinfällig gewesen, wenn Hamburg und Wilhelmshaven stärker miteinander kooperiert hätten?
Santjer: Wir haben in Wilhelmshaven hervorragende Bedingungen für Schiffe mit erhöhtem Tiefgang. Ich glaube, dass die Elbvertiefung mit einer vernünftigen Kooperation verzichtbar gewesen wäre. Das hätte nicht nur allen Häfen, sondern auch der Natur in Norddeutschland stark geholfen. Ich hoffe sehr, dass die Kleinstaaterei in Norddeutschland eines Tages überwunden wird.
Frage: Woran ist eine norddeutsche Hafenkooperation Ihrer Ansicht nach gescheitert?
Santjer: Hamburg hat sich ja schon während der Hochphase der Entwicklung des Jade-Weser-Ports nicht beteiligt und sich stattdessen auf die Elbvertiefung verlassen. Was ich bei mir an der Küste aber sehe, sind nach Hamburg fahrende Schiffe, die selten voll beladen sind. Die Frage, ob sich das durch die Elbvertiefung ändert, ist für mich nicht beantwortet. Daher stelle ich die Sinnhaftigkeit der Elbvertiefung grundsätzlich infrage.
Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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