Herr Ludewig, was ist der Naturtagebuchwettbewerb?
LudewigDer Wettbewerb wird von der Zeitschrift „Manfred Mistkäfer Mitmachmagazin für Kinder“ organisiert. Dabei führen die Kinder ein „Naturtagebuch“. Jedes Kind kann selbst bestimmen, worüber es schreiben möchte, ob es einen Garten beschreiben möchte, oder vielleicht beschreiben möchte, was die Gruppe macht.
Was erhofft sich der BUND von dem Wettbewerb?
LudewigDass die Kinder eine Möglichkeit haben, sich zu integrieren mit ihren Umweltfragen. Viele Kinder sind da sehr aktiv, auch in der Schule machen sie sehr viel. Sie schreiben oft selbst und malen auch viel und da haben sie dann eine Adresse, an die sie das schicken können. Es gibt ja auch Kindergruppen, die ihre Aktionen nach dem Inhalt des Magazins ausrichten. In Oldenburg gibt es zur- zeit nur vom Nabu eine Kindergruppe. Die Gruppe war ursprünglich eine Kindergruppe des BUND.
Wie wichtig ist es, dass auch Kinder und Jugendliche schon mit dem Thema Naturschutz in Berührung kommen?
LudewigDas ist sehr wichtig. Wir sehen, dass Kinder im Schulalter, wenn sie schreiben und lesen können, oft am leichtesten zu erreichen sind. Bei Erwachsenen ist es oft schon zu spät. Die haben sich da schon so eingerichtet, dass sie selbst das nicht mehr interessiert. Viele überlassen es anderen, sich zu engagieren. Das ist ein schwieriges Kapitel Erwachsene davon zu überzeugen, dass sie nachfolgenden Generationen etwas schuldig sind. Das ist sehr schwierig.
Hat sich das Wissen der Kinder und Jugendlichen über die Natur verändert, waren sie früher mehr mit der Natur verbunden?
LudewigFrüher sind die Kinder mehr oder weniger auf dem Land groß geworden und haben die Tiere und Pflanzen gesehen. Jetzt werden viele Kinder in der Stadt groß. Manche gehen davon aus, dass Kühe lila sind, weil sie das in der Werbung so sehen. Auch dass die Milch vom Bauernhof kommt ist für viele Kinder neu. Sie denken, dass Milch in der Fabrik hergestellt wird.
Dr. Hartmut Ludewig ist seit 1994 als stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe Oldenburg-Stadt im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aktiv. Der Diplom Hydrogeologe war früher im Grundwasserschutz tätig.
