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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Kinder wollen die Welt der Erwachsenen besser verstehen

25.07.2015
Frage: Dr. Hüllbrock, Sie haben sich in Ihrer Dissertation mit der Kinderuni Oldenburg beschäftigt. Wie sind Sie auf das Thema gekommen?
Hüllbrock: Ich habe die Oldenburger Kinderuni seit deren Anfängen 2004 als Praktikantin während meines Studiums der Medienwissenschaft begleitet und bin heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Pädagogik tätig. Ich habe beobachtet, dass Kinderuniversitäten mit unterschiedlichen Konzepten deutschland- und europaweit in den vergangenen Jahren großen Zulauf erlebten, fundierte wissenschaftliche Analysen dazu jedoch rar sind.
Frage: Wie sind Sie bei Ihrer Untersuchung vorgegangen?
Hüllbrock: Ich habe vier Vorlesungen beobachtet, 680 Fragebögen auswertet und 15 Kinder in qualitativen Interviews befragt.
Frage: Was begeistert die Kinder Ihren Ergebnissen zufolge an der Kinderuni?
Hüllbrock: Neben der Wissbegierde und der Lust am Erleben teilen die Acht- bis Zwölfjährigen das Bedürfnis, sich die Erwachsenenwelt zu erschließen. So beschreibt ein Elfjähriger, dass er dank der Fachbegriffe besser an Gesprächen der Erwachsenen teilhaben könne. Eine Neunjährige schätzt besonders, dass die Kinderuni eben nur für den Nachwuchs veranstaltet werde. Sich abgrenzen zu können von den Erwachsenen und Autonomie zu erleben, zählen ebenfalls zu den Bedürfnissen der Kinder.
Frage: Haben die Kinder auch Kritik geäußert?
Hüllbrock: Ja, die Kinder würdigen es besonders, wenn sie sich aktiv einbringen können. Und das dürfte ihrer Meinung nach noch mehr Raum einnehmen. Folgerichtig wünschen sich einige Kinder von den Dozenten, sie möchten sich in ihrem Vortrag noch stärker auf die wichtigsten Informationen beschränken, dabei andererseits Versuche gründlicher erklären.
Frage: Wie sehen Ihre Verbesserungsvorschläge aus?
Hüllbrock: Eine Kinderuni kann nicht alle Kinder erreichen und daher anders als die Schule Inhalte nicht in der Folge vertiefen. Synergieeffekte könnte etwa eine Kooperation von Kinderuniversitäten mit Ganztagsschulen zeitigen, die ihrerseits an einer Vernetzung ins außerschulische Umfeld arbeiten. Eine weitere Chance böten Seminar- und Workshop-Angebote mit universitären Partnern im Anschluss an die Vorlesungen.

Dr. Nadine Hüllbrockhat ihre Dissertation zum Thema „Die Kinderuni im Praxistest. Medien und Methoden zur Wissenschaftsvermittlung aus Sicht der Kinder“ verfasst. Die 34-Jährige hat dafür die Kinderuniversität Oldenburg untersucht.


Infos unter   www.kinderuni-oldenburg.de 
Sonja Klanke
Redakteurin, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2742

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Ganztagsschule | Oldenburger Kinderuni

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