• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Kindheitstraum erfüllt

30.10.2014
Frage: Frau Selek, Sie haben schon als Texterin, Illustratorin und Redakteurin gearbeitet. Wann war Ihnen klar, dass Sie einmal Buch-Autorin werden?
SElek: Mit acht Jahren habe ich mein erstes Buch geschrieben. Es hieß „Fuchs und Hase besuchen ihren Freund, das Meerschweinchen“. Mir war damals schon klar, was ich werden möchte, nur kam mir immer wieder etwas dazwischen – das Abitur, der Job, Jungs, Liebeskummer, das Studium... Im Nachhinein ärgere ich mich über die vertrödelten Jahre.

Über die Autorin

Deniz Selek (47) wurde 1967 in Hannover geboren. Aufgewachsen ist sie in Istanbul, ihr Abitur hat sie 1987 in Deutschland gemacht. Anschließend studierte Selek Germanistik und Innenarchitektur in Hannover. Nach dem Studium war sie als Illustratorin, Freie Redakteurin und als Texterin tätig. Inzwischen lebt sie in Berlin.

Das Motto der Kibum lautet in diesem Jahr „Merhaba! Kibum Trifft Türkei“. Im Rahmen der Kibum-Vorab hat Selek bei einem Workshop im Stadtteiltreff in Kreyenbrück, der Mitte September stattgefunden hat, gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen – größtenteils mit Migrationshintergrund – ein Buch gestaltet. Die Präsentation des fertigen Werkes ist am Freitag, 21. November, um 16 Uhr in der BBK-(Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler) Galerie an der Peterstraße 1. Am Sonnabend, 22. November, um 15 Uhr liest Deniz Selek im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, aus „Heartbreak-Familiy. Als ein anderer mir den Kopf verdrehte“.

Frage: Sie haben inzwischen schon mehrere Jugendbücher veröffentlicht. Welche Idee steckt hinter dem Buch, das sie auf der Kibum präsentieren werden?
Selek: Meine Idee war, dass Kinder ein Buch mit Bildern und Texten gestalten sollen, das Erwachsene später vervollständigen können. Im Rahmen der Kibum-Vorab habe ich Mitte September einen Workshop mit Kindern in Kreyenbrück veranstaltet. Dort sind viele schöne Motive mithilfe von Aquarellfarben und Polychromos entstanden.
Frage: Wie war die Resonanz der Kinder?
Selek: Beim Workshop konnten sie zeigen, was in ihnen steckt und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Mir ist es wichtig, junge Menschen zu motivieren. Literatur ist auch ein Stück weit Selbstidentifikation. Das versuche ich auch immer in meinen Geschichten hervorzuheben.
Frage: Ein Beispiel?
Selek: In meinem neuen Buch „Aprikosensommer“ das im kommenden Jahr erscheinen wird, schreibe ich über eine junge Frau, die mit ihrer Mutter nach Istanbul fliegt, um ihren Vater ausfindig zu machen. Fünfzehn Jahre lang hat ihre Mutter alle Fragen nach ihm abgeblockt. Als sie ihm schließlich begegnet, hat sie das Gefühl, einen Teil ihrer Identität gefunden zu haben.
Frage: Worüber würden Sie niemals schreiben?
Selek: Fantasy ist nicht so meins und politische Themen – etwa der Dschihad. Ich finde, dass realistische Geschichten für Jugendliche zielführender sind, etwa wenn es um Konflikte geht. Ich möchte gerade jungen Menschen zeigen, dass wir alle mit Problemen und Konflikten zu kämpfen haben, aber dass sich diese auch lösen lassen.
Frage: Wie sehen sie die Zukunft des Buches im Hinblick auf die Digitalisierung?
Selek: Für mich ist das ein zwiespältiges Thema. Ich bin mit Büchern groß geworden und liebe es, Papier durchzublättern. Das geht meinen vier Kindern genauso. Ich glaube, dass ein Buch immer noch etwas Besonderes ist. Ich arbeite zwar auch gern am Rechner, würde dort aber niemals längere Geschichten lesen, da ich einfach müde davon werde. Für mich gehört der Duft von Druckerschwärze einfach dazu.
Sabrina Wendt
Redakteurin
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2042

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.