• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Kirchenasyl verhindert Fehlentscheidungen von Behörden

04.03.2015
Frage: Frau Schwenken, warum sagen Sie, Kirchenasyl sei ein Erfolg?
Schwenken: Kirchenasyl verhindert Fehlentscheidungen der Behörden, korrigiert sie. In den meisten Fällen wird bei einem Kirchenasyl die ursprüngliche Abschiebe-Entscheidung nochmals überprüft. Das heißt, Kirchenasyl ist ein Korrektiv. Viele Asylsuchende wüssten auch nicht, welche Rechtswege sie beschreiten sollten, wenn nicht die Kirchengemeinden da eingetreten wären.
Frage: Es gab 2014 nur 203 Fälle von Kirchenasyl, das ist doch angesichts der hohen Flüchtlingszahlen verschwindend gering.
SCHWENKEN: Es ist gering, aber es ist für immer mehr Kirchengemeinden tatsächlich ein Thema. Es machen sich immer mehr Gemeinden darüber Gedanken. Ebenso relevant sind natürlich auch nicht-kirchliche Gruppen, die Abschiebungen verhindern und Flüchtlinge unterstützen.
Frage: Das heißt also, es gibt heute eine große Solidarität der Deutschen mit den Flüchtlingen?
SCHWENKEN: Jein. Die Gesellschaft driftet nach meinen Beobachtungen eher auseinander. Einerseits gibt es eine starke Willkommenskultur. Auf der anderen Seite gibt es auch eine so starke Ablehnung und Angriffe auf Flüchtlinge wie seit 15 Jahren nicht mehr. Ich sehe eine starke Polarisierung in beiden Richtungen. Wobei die Gruppe der Unterstützer zumindest im Westen doch größer zu sein scheint, wenn man sich die Teilnehmerzahlen bei den Pegida- und den Gegendemonstrationen anguckt.
Frage: Es droht also aus Ihrer Sicht keine Spaltung der Gesellschaft?
SCHWENKEN: Ja, das würde ich so sehen. Was ich ein bisschen kritisch sehe, ist die Frage, wem die Unterstützung gilt. Bei den Menschen, die aus Syrien kommen, ist die Unterstützung größer als bei den Flüchtlingen aus Afghanistan, Pakistan oder dem Kosovo. Die einen bekommen eine sehr wohlwollende Aufnahme und die anderen halt nicht.

Helen Schwenken (42)ist seit Oktober 2014 Professorin für Migration und Gesellschaft am Fachbereich Sozialwissenschaften und am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück.


Infos unter   www.kirchenasyl.de 
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.