Das Forschungsprojekt „nordwest2050“ ist von den Vereinten Nationen ausgezeichnet worden. Was ist das Ziel des Projekts?
LieberumMit ‚nordwest2050‘ wollen wir die Region auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten. Um das zu schaffen, müssen wir die Menschen über den Klimawandel und die Folgen für die Metropolregion Bremen-Oldenburg informieren. Hierfür haben wir Bildungsmaterial entwickelt: Animationsfilme, ein Betroffenheitsspiel für Kinder und Jugendliche, ein Quick-Check für Unternehmen oder eine Filmreihe. Übrigens sind die Unis Bremen und Oldenburg, die Hochschule Bremen, Bioconsult und das Sustainability Center Bremen beteiligt. Die Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten koordiniert übergreifend. Gefördert wird das Projekt mit knapp 10 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Was bedeutet die Auszeichnung für Sie?
LieberumWir freuen uns sehr. Laut Definition arbeiten offizielle Dekade-Projekte vorbildlich im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Menschen werden in die Lage versetzt, abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen auswirkt. Dabei eine Rolle zu spielen macht uns stolz.
Welche Auswirkungen hat der Klimawandel konkret auf die Metropolregion?
LieberumEinerseits gibt es eine Reihe direkter Auswirkungen, wie feuchtere und wärmere Winter und trockenere und wärmere Sommer. Extremwetterereignisse, wie Hitzeperioden und Starkregen, werden zunehmen. Höhere Sturmflutwasserstände werden eine Herausforderung für den Küstenschutz, die wir wahrscheinlich meistern können. Andererseits haben auch die Folgen in anderen Teilen der Welt Auswirkungen auf uns, beispielsweise über die Erhöhung von Futtermittelpreisen oder Probleme bei der Rohstoffversorgung der Region. Vermehrte Extremwetterereignisse beeinträchtigen Infrastrukturen wie Autobahnen, Schienennetz und Stromleitungen und können dadurch die Wertschöpfungsketten in der Hafen- und Logistikwirtschaft unterbrechen.
Andreas Lieberum ist Geschäftsführer von „nordwest2050“, das jetzt als offizielles Projekt der Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen ausgezeichnet wurde. Die Urkunde wurde in Lüneburg überreicht.
