• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Landwirte sind Betroffene, aber auch Verursacher

01.03.2019
Frage: Herr Bartels, wie sehr betroffen ist die Landwirtschaft in der Region vom Klimawandel?
Bartels: Im vergangenen Jahr hat es im Oldenburger Münsterland einen erheblichen Verlust bei der Ernte gegeben, unter anderem 40 Prozent bei den Kartoffeln und 25 Prozent beim Getreide. Der Grundwasserstand in der Region ist niedrig, auch Wälder wurden durch den heißen Sommer beeinträchtigt. Auf die Klimaveränderungen muss die Gesellschaft nun eine Antwort finden.
Frage: Bei der Veranstaltung ging es um das Thema „Auf dem Weg in die Heißzeit? Klimaanpassungsstrategien für die Agrarwirtschaft“. Haben Sie in Vechta Antworten auf diese Frage gefunden?
Bartels: Der Klimawandel ist da. Auch die Agrarwirtschaft in Deutschland und natürlich in Niedersachsen muss deshalb reagieren und Gegenmaßnahmen finden. Das ist Konsens. Nur eines sollte man dabei betrachten. Wir müssen bei den Themen „Produktion von Fleisch oder Ackerbau“ auch differenzieren. Die Landwirtschaft macht am Treibhauseffekt in Deutschland 7,4 Prozent aus. Deshalb gilt es abzuwägen: Welche Maßnahmen nutzen der Gesellschaft und dem Klima, und wo wären die Auswirkungen eher klein und verlagern die Produktion ins weniger klimaeffiziente Ausland? Kleine Landwirtschaftsbetriebe dürfen nicht zu ineffizienten Maßnahmen gezwungen werden. Denn das würde sie in den Ruin führen und nichts zum Thema Klima ändern.
Frage: Welche gemeinsamen Anstrengungen der Agrar-Branche gibt es, den Temperaturschwankungen entgegenzuwirken?
bartels: Wir brauchen eine globale, ganzheitliche Betrachtung des Klimawandels, das war im Übrigen die Meinung aller Vortragenden in der Universität Vechta. Natürlich ist die Landwirtschaft auf der einen Seite eine Betroffene der Hitze und der Wasserknappheit. Allerdings ist sie ebenfalls Verursacher des Klimas. Deshalb gilt es, sich der alten bewährten Tugenden guter landwirtschaftlicher Praxis zu erinnern. Das bedeutet Sortenvielfalt, Fruchtwechsel, schonende Bodenbearbeitung, integrierter Pflanzenschutz oder den Humusaufbau. Und wir müssen es schaffen, dass das Wasser auf den Feldern wieder versickert und gespeichert werden kann. Eine weitere Option sind Wasserrückhaltebecken, um Wasser nachhaltig zu speichern, wenn es sehr viel regnet. Im Sommer kann es dann zum Bewässern eingesetzt werden. Gerade im Oldenburger Münsterland wird viel Gemüse angebaut. Um eine gute Ernte zu erzielen, benötigen wir das Wasser. Hier gilt es, mit der Ressource Wasser noch effizienter und schonender umzugehen.
Frage: Gibt es schon Neues bei der Tierhaltung?
Bartels: Unter anderem haben regionale Unternehmen neue Stallanlagen entwickelt, damit in der Tierhaltung weniger Emissionen und Gülle entstehen können. Futtermittelfirmen entwickeln neues Futter, um Phosphor und Stickstoff in den Ausscheidungen der Tiere zu minimieren. Neue Ausbringungstechniken arbeiten die Nährstoffe wurzelnah in den Boden ein. Die Agrarwirtschaft ist bereits unterwegs. Es ist jedoch noch einiges zu tun, um die Treibhausgasziele herunterzufahren.
Christoph Tapke-Jost Redakteur / Termine/Meine Woche
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2017
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.