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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Landwirtschaft muss Treibhausgase verringern“

31.07.2018
Frage: Frau Staudte, die Grünen fordern, angesichts der Klimafolgen die Agrarpolitik neu auszurichten. Was genau meinen Sie damit?
Miriam Staudte: Während der Obstbau eine gute Ernte erwartet, wird die aktuelle Dürre in diesem Jahr zu hohen Ernteeinbußen im Ackerbau führen. Als Folge des Klimawandels wird es künftig häufiger zu langen Trockenperioden im Sommer kommen, während sich die Niederschläge in den Winter verlagern. Auch die Tierhaltung wird Probleme bekommen.
Frage: Wie wollen die Grünen gegensteuern?
Staudte: Wir brauchen eine Neuausrichtung der Landwirtschafts- und der Forstpolitik, um die Folgen des Klimawandels abzufedern. Zuallererst muss die Landwirtschaft ihren Ausstoß an Treibhausgasen wie Methan oder Lachgas verringern, um ihren Anteil am Klimaschutz zu leisten. Auch auf eine bessere Bodenpflege kommt es an. Der Humusaufbau im Ackerbau muss verbessert werden, so dass sich Feuchtigkeit besser im Boden halten kann. Hier kann man viel vom Öko-Landbau lernen.
Frage: Wie sieht es im Bereich des Obstanbaus aus?
Staudte: Auch den Obstbau müssen wir langfristig neu ausrichten und in stärkerem Maße wärmeverträglichere Obstbaumsorten anbauen. Während im Ackerbau jährlich neu reagiert werden kann, muss der Obstbau sich langfristig planen. Die Risiken für den Obstbau liegen auch in der erhöhten Frostgefahr während der immer früher einsetzenden Blütezeit.
Frage: Kommen wir mal zur Tierhaltung…
Staudte: …ein ganz wichtiges Thema. Die Freilandhaltung muss gefördert werden und wir müssen die Anforderungen an Stallbauten auf Hitzewellen ausrichten. Schweine haben zum Beispiel keine Schweißdrüsen zum Schwitzen, sie sind bei Hitzewellen dringend auf Kühlung angewiesen, am besten wäre eine Möglichkeit zum Suhlen im Schlamm.
Frage: Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) indes lehnt eine Prämie aus Landesmitteln für Milchviehhalter ab, die ihre Kühe verstärkt auf Weiden grasen lassen. Was sagen Sie dazu?
Staudte: Es ist überhaupt nicht nachzuvollziehen, warum die Ministerin aus ideologischen Gründen bei der Weidetierprämie eine solche Blockadehaltung einnimmt und die Stallhaltung weiter fördern will. In vielen Ställen ist ein erträgliches Stallklima nicht zu gewährleisten.
Frage: Aber kann es nicht auch sein, dass sich eine Kuh in diesen Tagen möglicherweise in einem gut durchlüfteten Stall wohler fühlt als in der prallen Sonne auf einer Weide ohne Schattenplatz?
Staudte: Für Kühe ist das mit der Sonne ja nicht ganz so ein Problem wie für Schweine, die leicht Sonnenbrand bekommen. Dafür zu sorgen, dass es auch auf Weiden schattige Plätze gibt, ist bei der aktuellen Hitzewelle sicher die Ideallösung.
Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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