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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Konflikte sind ohne Dialog und Handel nicht lösbar

04.10.2016
Frage: Die deutsche Wirtschaft hofft auf Milliarden-Geschäfte mit Iran. Sie haben Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf seiner Reise nach Teheran begleitet. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Schweitzer: Wir sind ein gutes Stück vorangekommen. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit ist noch einmal vertieft worden. Das sieht man an den Vertragsabschlüssen und den unterzeichneten Kooperationsvereinbarungen. Es ist sehr wichtig, dass Gabriel diese Reise gemacht hat. Der Iran ist für die deutsche Wirtschaft ein sehr bedeutsames Land, ein Zukunftsmarkt mit erheblichem Potenzial.

Frage: Der Iran verzeichnet einen neuen Anstieg bei den Hinrichtungen, die Menschenrechtslage bleibt schwierig. Teheran stellt das Existenzrechts Israels weiter infrage. Ein Partner, mit dem man ohne Weiteres zusammenarbeiten kann?

Schweitzer: Niemand arbeitet bedenkenlos mit dem Iran zusammen. Gerade für Deutschland ist das Existenzrecht Israels unantastbar. Und die Menschenrechtslage im Iran ist nicht hinzunehmen. Es ist richtig, dass Sigmar Gabriel diese Themen angesprochen hat, auch die Rolle des Iran im Syrien-Krieg. Konflikte lassen sich ohne Dialog und wirtschaftlichen Austausch nicht lösen. Meistens funktioniert Annäherung eben über Handel.

Frage: Die hohen Erwartungen auf einen schnellen Anstieg von Exporten und Investitionen nach Auslaufen der Sanktionen haben sich nicht erfüllt, oder?

Schweitzer: Der Iran hat 80 Millionen Einwohner. Er verfügt über die zweitgrößten Gasreserven und die viertgrößten Erdölvorkommen der Welt. Damit ist das Land von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Die Sanktionen waren ebenso berechtigt wie hart. Danach wieder Vertrauen aufzubauen, ist ein längerer Prozess. Andere haben während der Sanktionszeit unsere früheren Exporte in den Iran ersetzt. Jetzt gilt es, die Marktanteile zurück zu gewinnen.

Frage: Was ist das größte Ziel?

Schweitzer: Unsere jährlichen Exporte in den Iran liegen jetzt bei zweieinhalb Milliarden Euro. In den nächsten zwei bis drei Jahren können wir das verdoppeln und in den nächsten fünf Jahren zehn Milliarden Euro erreichen. Allein in diesem Jahr nach Aufhebung der Sanktionen haben wir ein Plus von 15 Prozent erreicht.

Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
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