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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Land und Meer gleichermaßen vom Klimawandel beeinflusst

17.12.2013
Frage: Mit dem Verbundprojekt BEFmate (Artenvielfaltseffekte auf Funktionen in marinen und terrestrischen Ökosystemen) unter suchen die Universitäten Oldenburg und Göttingen gemeinsam die Bedeutung der Artenvielfalt an Land und im Meer. Warum wurde land- und meeresgestürzte Forschung bislang getrennt betrachtet?

Hillebrand: Bisher ist man davon ausgegangen, dass Veränderungen in der Artenvielfalt an Land und im Meer unterschiedliche Triebfedern hat. An Land ist das vor allem die Landnutzung, im Meer sind es Verschmutzung oder Fischerei. Heute aber nehmen wir an, dass die Ursachen dieser Veränderungen zumindest vergleichbar sind, weil Ökosysteme an Land und im Meer beispielsweise gleichermaßen von Klimawandel beeinflusst werden. Es macht also Sinn, sich diese Veränderungen gemeinsam anzuschauen.

Frage: Was sind die Forschungsschwerpunkte in Oldenburg und in Göttingen und wie werden sie nun zusammengefügt?

Hillebrand: Die Uni Göttingen ist traditionell sehr stark in der landgestützten Artenvielfaltsforschung, da gibt es etwa in der Zoologie oder der Agrarwissenschaft ausgewiesene Experten. Hier in Oldenburg hat sich die in den letzten Jahren als ein gemeinsamer Schwerpunkt im Meer und an Land herauskristallisiert. Das was diesen Verbund aber so attraktiv macht, ist die methodische Nähe der beteiligten Gruppen, von Modellen über Beobachtung zu Experimenten. Dadurch können wir direkt mit der gemeinsamen Arbeit beginnen und unsere bisher entwickelten Forschungsmodelle   miteinander vergleichen.

Frage: Vor Spiekeroog ist für das Projekt bereits eine kleine Insel geschaffen worden. Was genau soll dort untersucht werden?

Hillebrand: Wir wollen herausfinden, wie sich in diesem künstlichen Besiedlungsraum land- wie auch die meeresgestützte Artenvielfalt Ökosysteme  entwickeln können. Dabei geht es um  das Wachstum neuer Biomasse und den Aufbau von Nahrungsnetzen, aber auch um die  Anzahl neuer Arten und die Dominanz bestimmter Arten in diesen Ökosystemen.

Prof. Dr. Helmut Hillebrand ist Direktor des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) an der Universität Oldenburg. Der Biologe und Biodiversitätsforscher koordiniert das BEFmate-Projekt auf Oldenburger Seite.


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Björn Buske Redakteur / Online-Redaktion
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