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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Landwirte haben Angst vor zu viel Transparenz bei Antibiotika-Einsatz

11.01.2014
Frage: Das Oldenburger Münsterland soll Modellregion bei der Tierhaltung werden. Donnerstag wurde in Vechta der bundesweit erste Ratgeber für die Antibiotika-Reduzierung in der Tierhaltung vorgestellt. Jetzt gilt es, die Landwirte aus der Praxis ins Boot zu holen. Wie schätzen Sie die Bereitschaft der Bauern ein, ihren Beitrag zur Antibiotika-Reduzierung zu leisten?
Lösken: Die Bereitschaft ist hoch – wenn die erste Skepsis überwunden ist. Viele Landwirte haben Angst, an den Pranger gestellt oder unter Druck gesetzt zu werden, wenn sie Präsenz zeigen. Das liegt oft auch daran, dass viele nicht genau wissen, wo sie stehen. Daher ist es ganz wichtig, persönlichen Kontakt zu den Betrieben aufzunehmen und Ängste abzubauen. Denn bei dem Projekt zur Förderung der Tiergesundheit und zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika geht es ja nicht darum, den Landwirten etwas überzustülpen. Vielmehr wollen wir gemeinsam mit ihnen gucken, an welchen Stellen und wie die Tiergesundheit gefördert werden kann. Dabei wollen wir auch aufzeigen, welche Möglichkeiten Firmen aus der Region in diesem Bereich bieten.
Frage: Können Sie Beispiele dafür nennen, wie sich die Tiergesundheit fördern lässt?
Lösken: Zunächst müssen wir die Schwachstellen im Betrieb aufspüren. Es gibt viele Stellschrauben. So kann schon die Hygiene beim Tiertransport die Gesundheit beeinflussen. Im Betrieb müssen seuchenhygienische Einheiten geschaffen werden, Infektketten sind zu unterbrechen. Außerdem sind Impfungen ein ganz wichtiger Punkt, um die Tiergesundheit zu fördern. Wenn der Immunstatus erhöht wird, sind die Tiere nachhaltig gesünder und brauchen keine Antibiotika.
Frage: Wie soll die Botschaft, weniger Antibiotika einzusetzen, in die Betriebe gelangen?
Lösken: Wir suchen derzeit 30 Betriebe aus der Region, die mindestens 100 Sauen und 500 Mastplätze haben und sich ein Jahr wissenschaftlich begleiten lassen. In Zusammenarbeit mit dem zuständigen Tierarzt, dem Landwirt, der Wissenschaft und Firmen sollen die allerneuesten Methoden zum Einsatz kommen.

Svenja Lösken ist Doktorandin und wissenschaftliche Angestellte an der Außenstelle für Epidemiologie in Bakum der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Die 29-jährige Tierärztin schafft die Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis.


Infos unter   www.minapig.eu 
Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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