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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Liedermacher liebt Leseratten

08.10.2015
Frage: Herr Kunze, wie bringen Sie die Oldenburger Kibum zum Klingen?
Kunze: Das kommt darauf an, welche Möglichkeiten mir der Veranstalter bietet. Aber ich werde bei meiner Lesung in der Kulturetage auf jeden Fall mit der Gitarre „bewaffnet“ sein. Mein Kinderbuch „Quentin Qualle“, das ich mit meiner Crew präsentiere, lebt ja vom Dreiklang aus Text, Bildern und Musik.
Frage: Quentin, die Qualle, kümmert sich um eine Muräne mit Migräne – klingt lustig.
Kunze: Meine Ideen entstehen durch Spielerei mit Sprache. Ich wollte schauen, was man mit dem selten vorkommenden Anfangsbuchstaben Q so alles machen kann. Quallen besitzen außerdem kein gutes Image, und ich habe ein Herz für die Schwachen. Da dachte ich mir, dass ich eine Qualle zum Helden meiner Unterwasserwelt mache.
Frage: Sie haben Kinder als Publikum erst spät entdeckt. Wie kam es dazu?
Kunze: Schon vor 30 Jahren bin ich gefragt worden, warum machst du eigentlich nichts für Kinder? Die Antwort war einfach: Mir ist nichts eingefallen, und erzwingen kann ich so etwas nicht. Der Anstoß kam dann vor vier Jahren wie von selbst – mit Quentin, der Qualle.
Frage: Was leistet Musik für das Verständnis von Sprache?
Kunze: Enorm viel. Ein Lied spricht die Fantasie ganz anders an als ein Buch. Der Gesang ist ja auch die Urform der Literatur. Er hat somit etwas Archaisches und ist viel älter als der Buchdruck. Melodien und Reime schulen zudem die Merkfähigkeit besonders gut.
Frage: Haben Sie die Melodien bereits im Kopf, wenn Sie Texte schreiben?
Kunze: Nein. Ich fange mit den Texten an, die Musik kommt in der Regel später.
Frage: Welche Rolle spielen Bücher in Ihrem Leben?
Kunze: Ohne Bücher ist mein Leben nicht vorstellbar. Schon in meiner Kindheit waren sie mein täglich Brot, ich habe sie geradezu verschlungen und oft mehrmals gelesen. Als kleine Leseratte ist für mich die Welt aufgegangen, wenn ich mich intensiv mit einem Buch beschäftigt habe. Und heute als Autor und Liedermacher schöpfe ich daraus. Daher kommen dann auch die Einfälle. Lesen ist ein so wichtiges Bildungserlebnis, das durch nichts zu ersetzen ist.
Frage: Hatten Sie als Kind ein Lieblingsbuch?
Kunze: Eindeutig: „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Das ist meiner Meinung nach das Meisterwerk von Michael Ende und spricht alle Generationen an.
Frage: Wie ist denn die junge Generation als Publikum im Vergleich zu den Erwachsenen, vor denen Sie ja in Oldenburg auftreten?
Kunze: Ich gebe zu, anfangs war ich ziemlich skeptisch. Doch die große Aufmerksamkeit der Kinder ist für mich jedes Mal ein positiver Schock. Wenn ich sehe, wie sie mit glühenden Augen die Lesungen verfolgen oder auch lebhaft die Lieder mitsingen, dann ist das eine ganz tolle Erfahrung.
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