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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Malen, Tanzen und Fußball frühzeitig anbieten

12.09.2017
Frage: Für die meisten Kinder ab etwa 11 Jahren gehören elektronische Medien wie Smartphone und Tablet ebenso zum Alltag wie die Teilhabe an sozialen Netzwerken. Ein Großteil der Kids besitzt ein Mobiltelefon und ist täglich online. Über das Für und Wider dieses Medienkonsums wird gestritten, unstrittig ist aber, dass Kinder und Jugendliche oft zu lange „am Netz hängen“ und zu wenig Zeit draußen und in Bewegung verbringen. Wie aber gelingt es Eltern, ihre Kinder von den Online-Beschäftigungsmöglichkeiten weg- und hinein in die reale Welt zu locken?
May: Die Erziehung zu medienfreier Tätigkeit fängt schon im Kleinkindalter an“, ist Michael May, Geschäftsführer des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes Oldenburg, sicher. Wer in Kindergarten und Grundschule ein Hobby lernt, das ohne elektronische Medien auskommt, wird auch als älteres Kind und Jugendlicher seine Freizeit eher offline gestalten als Kinder, die diese Alternativen nicht kennengelernt haben, wie auch immer sie heißen mögen: Fußball, Schwimmen, Tanzen, Malen, Ballett oder Schach.
Frage: Müssen Eltern ihren eigenen Konsum ebenfalls einschränken?
May: Es ist wichtig, dass die Eltern selbst ihren eigenen Medienkonsum ehrlich einschätzen. Wer sich beim Besuch des Spielplatzes oder beim Kinderwagenschieben nicht um das Kind kümmert, sondern chattet oder auf Handyspielen herumtippt, muss sich nicht wundern, wenn der Nachwuchs dies schon sehr früh imitiert und später kaum noch von den Geräten loskommt“, sagt May.
Frage: Klare Regeln statt Verbote?
May: Die Geräte vor Kindern zu verstecken oder sie ihnen zu verbieten, ist keine sinnvolle Lösung. Hingegen kann es helfen, wenn alle Familienmitglieder gemeinsam Regeln zum Medienkonsum entwickeln.
Frage: Wie können diese Regeln aussehen?
May: Das kann das gemeinsame Abendessen sein, das komplett offline ist. Das kann die Regel sein, dass nur ein Medium zurzeit genutzt wird, also beim Fernsehen nicht auch noch auf dem Tablet gespielt wird. Es kann auch ein Putzplan sein, in dem jedes Familienmitglied täglich bestimmte Aufgaben erledigen muss.
Frage: Was ist dabei das Entscheidende?
May: Entscheidend ist, dass Kinder und Jugendliche lernen, sich von Medien auch wieder losreißen zu können. Auch dabei sind Eltern Vorbilder, ansonsten stellt der Nachwuchs die ihm auferlegte Einschränkungen infrage.

Michael May ist Geschäftsführer des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes Oldenburg. Hier sind Schul- und Kindergartenkinder unfallversichert. May spricht darüber, wie Eltern stundenlangem Medienkonsum ihrer Kinder vorbeugen.


Infos unter   www.guv-oldenburg.de