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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Martin weiß, wie es ist, Rückschläge wegzustecken

01.04.2017
Frage: Die Landtagswahl im Saarland war für Ihren Bruder Martin als Kanzlerkandidat der erste Dämpfer. Wie geht er damit um?
Schulz: Ich habe darüber länger mit meinem Bruder gesprochen. Die Leute im Saarland wollten weiter die Große Koalition. Martin geht da ziemlich entspannt mit um. Er weiß, wie es ist, auch mal einen Rückschlag wegstecken zu müssen. Wie er gesagt hat: Es steht jetzt 1:0 für die Union. Aber das Spiel ist noch nicht verloren. Mir hat Martin gesagt: Das Ergebnis hat auch sein Gutes. Er ist froh darüber, dass die Euphorie um seine Person etwas gedämpft wird. Bei einem Himmelssturm im Saarland wäre der Druck auf ihn nur noch weiter gewachsen. Deshalb ist das Ergebnis kein Desaster für ihn gewesen.
Frage: Sie glauben weiter, dass Ihr Bruder im Herbst Kanzler wird?
Schulz: Aber klar doch. Martin hat allerbeste Chancen. Und er hat auch das Zeug für dieses Amt. Seit seiner frühesten Kindheit ist er sehr diszipliniert und empathisch. Er kann zuhören, ist ein Teamspieler. Aber wenn es drauf ankommt, gibt er die Richtung vor. Wenn er mal einen Fehler macht, ist er auch bereit, sich zu korrigieren. Das sind die besten Voraussetzungen für das Kanzleramt.
Frage: Gerhard Schröder soll einst am Zaun des Kanzleramts gerüttelt haben und dabei „Ich will hier rein“ gerufen haben. Gab es einen vergleichbaren Moment auch bei Ihrem Bruder?
Schulz: So etwas ist mir nicht in Erinnerung. Wir haben über viele Jahre darüber geredet, was jeder von uns in seinem Leben will. Ihm war früh klar, dass er gestalten möchte. Dass das Kanzleramt sein Ziel sein würde, war nicht unbedingt vorauszusehen. Martin und Sigmar Gabriel haben wohl bereits vor einigen Jahren beredet, dass einer von ihnen als Kandidat antreten würde. Dass mein Bruder es wird, ist nach meiner Kenntnis erst im Januar entschieden worden – ganz kurzfristig.
Frage: Ist Ihr Bruder jemand, der abzuheben droht angesichts der Euphorie?
Schulz: Martin bleibt auf dem Boden. Er ist geerdet, ein absoluter Familienmensch. Mein Bruder ist schon länger auf dem Weg nach oben. Aber er hat immer engsten Kontakt zu Freunden und zur Familie gehalten.

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