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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Interview: Mehr Länder schotten sich ab

22.11.2016
Frage: Herr Feld, der Sachverständigenrat geht in seinem Gutachten auch auf die Weltkonjunktur ein. Besonders bedenklich ist, dass der Protektionismus zunimmt. Ist es nicht Zeit für Handelsabkommen, die Impulse bringen?
Feld: Durchaus. Wir sind besorgt darüber, wie sehr die protektionistischen Tendenzen in den vergangenen Jahren – im Grunde seit der Finanz- und Wirtschaftskrise – zugenommen haben. Wir hoffen, dass der Isolationismus, wie wir ihn nach dem ersten Weltkrieg in großem Ausmaß gesehen haben, nicht zurückkehrt.
Frage: Schwierigkeiten gibt es auch in bilateralen Handelsverhältnissen...
Feld: Ja, und da verweise ich insbesondere auf das Verhältnis Deutschland/China. Die Chinesen werden für einen Marktzugang immer restriktiver. In den USA sucht man die Möglichkeiten des Außenhandelsrechts im Kampf gegen unliebsame Importe zu nutzen. Aber auch andere Möglichkeiten – z.B. Umweltschutzregulierungen – werden herangezogen, um bestimmte Konkurrenten vom eigenen Markt fernzuhalten. Der VW-Skandal muss in den USA ja auch vor diesem Hintergrund gesehen werden.
Frage: Auch die Zinsen sind im Außenhandel von Bedeutung. Nun ist die US-Präsidentschaftswahl gelaufen. Sehen wir zum Jahresende noch eine US-Leitzinserhöhung?
Feld: Davon gehe ich aus. Am Arbeitsmarkt ist eine gewisse Stabilisierung deutlich zu erkennen. Und auch die Inflationsentwicklung ruft nach einer restriktiven Geldpolitik, wenn man die kräftig gefallenen Rohstoffpreise aus der Inflationsrate herausrechnet. Außerdem beobachten wir, dass die wirtschaftliche Dynamik in den USA steigt und gehen davon aus, dass dieser Prozess sich fortsetzt. Allerdings kennen wir noch nicht die Pläne der kommenden neuen Regierung. Dennoch: Die angeführten Faktoren verlangen geradezu nach einer restriktiven Geldpolitik.
Frage: Nicht zu vernachlässigen ist in diesem Zusammenhang – auch mit Blick auf die US-Exporte – die weitere Entwicklung des Dollars.
Feld: In der Tat, das ist ein weiterer Grund dafür, warum die US-Geldpolitik in der Vergangenheit nicht so restriktiv war, wie sie hätte sein müssen. Weil andere wichtige Notenbanken – wie die Bank of Japan, die Bank of England und nicht zuletzt die EZB – eine sehr expansive Geldpolitik betreiben, ebenfalls auf einen, die Exporte treibenden, günstigen Wechselkurs schielend, sind wir heute in dieser gefährlichen Situation. Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Amerikaner eine relativ aggressive Position am Devisenmarkt vertreten und ihren Partnern signalisieren werden, dass sie nicht bereit sind, eine allzu starke Aufwertung des Greenbacks gegenüber den anderen Weltwährungen hinzunehmen.
Frage: Könnte die EZB durch Leitzinserhöhungen in den USA unter Druck geraten?
Feld: Dies dürfte vor allem zu einer Abwertung des Euro führen und belebend auf die europäische Wirtschaft wirken. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss würde steigen. Der Druck der US-Administration zu einer expansiven Fiskalpolitik in Deutschland würde zunehmen.

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