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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Militärs stecken hinter der neuen Drohgebärde

13.02.2013

Frage: Herr Pflug, Sie sind ein ausgewiesener Nordkorea-Experte mit zahlreichen Reisen durchs Land und vielen politischen Kontakten. Wie bewerten Sie den Atomtest?

Pflug: Ich hatte bereits erwartet, dass die Nordkoreaner einen weiteren Test durchführen werden – die Blamage des missglückten Raketentests im April sollte unbedingt korrigiert werden. Nordkorea behauptet zwar, lediglich einen Satelliten in die Erdumlaufbahn schicken zu wollen, der eigentliche Grund dürfte jedoch ein Test der neuen Langstreckenrakete Unha-3 sein.

Frage: Wer steckt hinter dieser neuen Machtdemonstration – der neue und noch junge Diktator Kim Jong Un oder andere mächtige Kreise der kommunistischen Nomenklatura?

Pflug: Als Hauptverantwortliche für die neuesten Drohgebärden sehe ich die Militärs in Nordkorea. Es wird immer wieder die Leier vom Recht zur Selbstverteidigung und des nuklearen Abschreckungspotenzials gespielt. Es besteht aber Anlass zur Sorge, dass die Hardliner in Nordkorea sich durchsetzen könnten und das Kernwaffenpotenzial weiter ausbauen.

Frage: Der Atomtest trifft auf weltweite Empörung. Selbst das befreundete China äußerst sich ungewöhnlich kritisch. Was erwarten Sie an Reaktionen aus Pjöngjang in den kommenden Monaten?

Pflug: Als nächsten Schritt vermute ich, dass die Nordkoreaner nach dieser Demonstration ihres Bedrohungspotenzials wieder Verhandlungsbereitschaft signalisieren werden – sowohl mit den USA als auch mit den Nachbarstaaten.

Frage: Sie waren erst vor wenigen Monaten in Nordkorea. Welche Eindrücke haben Sie mitgebracht?

Pflug: Die Loyalität des Volkes mit seiner Führung, die im Jahre 2000 aufgrund des durch totale Abschottung bedingten sektenartigen Charakters noch vorhanden war, zeigte im Jahre 2012 erhebliche Brüche. Elektronische Medien mit Kassetten und DVDs, Fachzeitschriften und Telefon haben den Informationsgrad der nordkoreanischen Bevölkerung verbessert. Die Bevölkerung weiß, dass die Menschen außerhalb Nordkoreas besser leben, als das eigene Regime sie glauben machen möchte. Information, Kommunikation und Mobilität der eigenen Bevölkerung sind die Gifte für jede Diktatur und für jedes autoritäre System.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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