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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Mindestlohn und Tarifverträge helfen Werkvertragsarbeitern

24.09.2015
Frage: Herr Bischoff, wie stellt sich aus Ihrer Sicht die Situation von Werkvertragsarbeitern im Oldenburger Land dar?
Bischoff: Es gibt noch sehr viele Dinge, die verbessert werden müssen. Aber wir müssen auch feststellen, einiges hat sich auch verbessert. So schauen die Kommunen und Landkreise verstärkt auf ordentliche Unterbringung dieser aus Osteuropa stammenden Menschen. Das ist ein Fortschritt. Durch die Einführung von Mindestlohn und Tarifverträgen ist das Problem der Bezahlung übersichtlicher geworden. Wir haben Arbeitsverträge, wo auch der Lohn drinsteht. Es gibt dann aber wieder Dinge, die bei der Erfassung der Arbeitszeiten problematisch sind. Ich glaube, die Arbeit unserer Beratungsstellen ist positiv, wir können aber auf keinen Fall aufhören.
Frage: Wo hakt es denn noch?
Bischoff: Die Betroffenen berichten über unberechtigte Lohnabzüge, Kündigungen bei Krankheit, Nichtvergütung von Arbeitsstunden, Nichtgewährung von Urlaub. Es gibt schwarze Schafe, die große Probleme haben, das Gehalt rechtzeitig auszuzahlen. Dann gehen immer wieder Firmen in Konkurs, die noch Gelder zu zahlen haben an die Werkvertragsarbeiter. Und es gibt nach wie vor sogenannte Entsandte. Das sind Menschen, die in ihren Heimatländern wie Rumänien und Bulgarien bei Firmen beschäftigt sind. Wenn diese Entsandten sich hier verletzen, sind sie nicht krankenversichert.
Frage: Was sind die Schwerpunkte von „Arbeit und Leben“ bei der Betreuung von Werkvertragsarbeitern?
Bischoff: Wir beraten Menschen, die als Werkvertragsarbeiter zu uns in die Region kommen. Unsere beiden Mitarbeiterinnen – eine ist rumänische, die andere bulgarische Muttersprachlerin – betreiben in einem VW-Bus eine mobile Anlaufstelle. So kann mit den Arbeitnehmern direkt in der Heimatsprache gesprochen werden. Hinzu kommt Unterstützung im Umgang mit Behörden und Formularen. Wir machen aber keine juristische arbeitsrechtliche Beratung. In solchen Fällen arbeiten wir mit Gewerkschaften und Rechtsanwälten zusammen.

Bernd Bischoff ist Geschäftsführer der gewerkschaftsnahen Bildungsvereinigung „Arbeit und Leben Nord“ mit Sitz in Oldenburg. Sie kümmert sich seit eineinhalb Jahren verstärkt um Werkvertragsarbeiter aus Osteuropa.


Infos unter   www.aul-nds.info 
Norbert Wahn Redakteur / Politikredaktion
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