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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Ministerin hat für Unverständnis bei der Truppe gesorgt

02.05.2017

Frage: Herr Wüstner, Ursula von der Leyen wirft der Bundeswehr Führungsschwäche vor. Wie ist das bei der Truppe angekommen?

Wüstner: Die Aussagen haben für Unverständnis und Wut gesorgt. Bei mir sind binnen Stunden mehr als hundert SMS und Mails eingegangen, sogar aus den Einsatzgebieten, von Angehörigen und sogar von Bürgermeistern. Sie alle können nicht nachvollziehen, wie Frau von der Leyen zu dieser pauschalen Kritik kommt. Der allgemeine Vorwurf, der Bundeswehr fehle es an Haltung und Führung, wird den Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Beschäftigten nicht gerecht.

Frage: Hat das Auswirkungen auf die Moral?

Wüstner: Wenn die Ministerin, was ich mir wirklich nur schwer vorstellen kann, das wirklich ernst gemeint hat, beschädigt sie die Bundeswehr damit massiv. Zu sagen, die Bundeswehr mit ihren rund 250 000 Mitarbeitern habe ein Haltungsproblem, trifft alle! Diejenigen, die beispielsweise in Mali sind, in der Türkei, in Litauen und Afghanistan, und diejenigen in Deutschland. Deswegen muss sie ihre Aussagen schnell zurechtrücken und einordnen, sonst wird das die Motivation der Truppe tiefgreifend beeinflussen und auch das Vertrauen in die politische Führung schwächen – und das ist schon jetzt nicht mehr sehr groß. Ihre Aussagen waren schockierend und unverständlich für viele Menschen der Bundeswehr und auch für ihre Angehörigen.

Frage: Versucht die Ministerin, die Verantwortung von sich wegzuschieben?

Wüstner: Es ist auf jeden Fall sehr ungewöhnlich, dass sie sich nach dreieinhalb Jahren in der Verantwortung plötzlich auf die Tribüne setzt und über die Mannschaft auf dem Platz urteilt. Das kann keiner nachvollziehen. Sie steht doch an der Spitze!

Frage: Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels sieht die Bundeswehr als anfällig für Rechtsextremismus.

Wüstner: Es wird den Verfehlungen nachgegangen, und sie werden geahndet. Was den Fall Franco A. belangt, gibt es noch sehr viele Ungereimtheiten. Ich verstehe nicht, wie sich Verantwortungsträger darüber schon heute ein Urteil erlauben können. Wenn es Erkenntnisse gäbe, müssten diese öffentlich gemacht werden, sonst ist eine Einordnung nicht möglich. Transparenz ist jetzt unbedingt notwendig, das ist die Ministerin der Bundeswehr selbst schuldig.

Tobias Schmidt Korrespondentenbüro Berlin
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