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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Mit ein bisschen Plattdeutsch Wertschätzung ausdrücken

04.06.2013
Frage: Herr Siefer, warum ist es von Bedeutung, ob Pflegekräfte Hoch- oder Plattdeutsch sprechen?
Siefer: Plattdeutsch ist in der Pflege deswegen wichtig, weil wir es da häufig mit älteren Menschen zu tun haben, die mit Plattdeutsch als Muttersprache aufgewachsen sind. Mit zunehmendem Alter kehren wir in unsere eigene Vergangenheit zurück, werden uns ihr bewusst. Und gerade in der Demenz kehrt man zu den Ursprüngen zurück, durchlebt Momente der Kindheit erneut. Plattdeutsch ist ein Schlüssel, wenn es darum geht, Zugang zu diesen Menschen zu bekommen. Platt zu sprechen ist für ältere Menschen häufig eine große Erleichterung.
Frage: Was für Erfahrungen gibt es da?
Siefer: Es gibt Pflegerinnen, die feststellen: Wenn ich diese Person auf Platt anspreche, dann ist sie wieder da und reagiert sofort. Das sind alltägliche Begebenheiten, bei denen Pflegekräfte feststellen, was für eine Wirkung die plattdeutsche Sprache haben kann.
Frage: Worum geht es beim Studientag konkret?
Siefer: Es geht erst einmal um die Bedeutung: Warum soll man sich überhaupt mit Platt in der Pflege beschäftigen? Außerdem werden Beispiele aus der Praxis gegeben. Unter anderem wird ein Angebot der Berufsfachschule Altenpflege Wildeshausen vorgestellt. Dort gibt es einen Plattdeutschkurs für angehende Pflegerinnen.
Frage: Ist es also fast so etwas wie eine Pflicht für Pflegekräfte , die ihre Arbeit in der Altenpflege gut machen wollen, Plattdeutsch zu lernen?
Siefer: Natürlich ist das keine Pflicht, Platt sprechen kann man nicht verordnen. Aber Pflegekräfte haben in der Regel ein Interesse, den Bewohner zu erreichen. „Wi geiht di dat, hebbt se good slapen“ – und schon geht ein Strahlen über das Gesicht des Bewohners. Das sind kleine Sätze, die man immer mal anbringen kann. Es geht darum, sich zu bemühen, ein paar Sätze Platt zu sprechen. Man zeigt den Menschen so, dass man ihre Muttersprache wertschätzt. Wer es nicht selbst spricht, kann signalisieren, dass er Plattdeutsch versteht.

Heinrich Siefer (54) ist Dozent der Katholischen Akademie Stapelfeld. Er spricht über den Studientag der Akademie und der Oldenburgischen Landschaft „Plattdeutsch in der Pflege“ an diesem Dienstag im Nordwest-Krankenhaus Sande.


Infos unter   www.ka-stapelfeld.de 
Sandra Binkenstein
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2506

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