Was ist das Ziel des Netzwerkes?

BrickweddeDas Netzwerk ist ein wesentlicher Beitrag dazu, dass das Ziel der Bundesregierung, zwei Prozent der Flächen in Deutschland sich selbst zu überlassen, erreicht werden kann. Einerseits wollen wir das Naturerbe für die Artenvielfalt erhalten, als Rückzugsräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wir wollen diese bedrohten Flächen aber auch für die Menschen bewahren, ihnen die schönsten Naturlandschaften nahebringen

Was ist denn der Nutzen für die Mitglieder?

BrickweddeWir müssen jeden Tag den Beweis erbringen, dass wir das uns anvertraute Land erfolgreich für den Naturschutz bewahren. Das können wir nur gemeinsam. Wir haben auch gemeinsame Interessen, etwa gegenüber dem Gesetzgeber. Wir sehen es zum Beispiel nicht ein, dass wir als Eigentümer von Naturschutzgebieten zwangsweise Beitragszahler bei Wasser- und Bodenverbänden sein müssen. Wir wollen ja schließlich einen naturnahen und intakten Wasserhaushalt auf unseren Flächen, und keine Entwässerungsgräben ziehen

Will man auch in der Öffentlichkeit als gemeinsame Marke auftreten?

BrickweddeDas kann ich mir in ein paar Jahren schon vorstellen, wenn wir noch mehr Mitglieder haben. Im Moment sind unsere Aktivitäten eher nach innen gerichtet, wir treffen uns zum Beispiel in Arbeitskreisen zu Themen wie Flächenmanagement, Monitoring oder auch Umweltbildung.

Aber später einmal soll auch die Außenwerbung eine größere Rolle spielen, indem wir den Menschen ihre Naturräume näher bringen und sagen: Liebe Deutsche, die Rhön, der Spessart, das Wattenmeer oder die Sächsische Schweiz sind ebenso Teil der deutschen Identität wie der Kölner Dom oder das Brandenburger Tor.

Fritz Brickwedde ist Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Diese gehört neben weiteren 42 Verbänden dem neuen Netzwerk Nationales Naturerbe an. Zusammen besitzen sie 255 000 Hektar Naturerbe. Ziel ist, den Umweltschutz in Deutschland zu stärken.