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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Neue US-Regierung muss sich erst noch selbst finden

17.03.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-03-17T05:10:03Z 280 158

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Neue US-Regierung muss sich erst noch selbst finden

Das Thema: Merkel-Trump-Treffen

Im Interview: Norbert Röttgen, CDU-Außenpolitiker

Zur Person: Der CDU-Politiker Norbert Röttgen (51) ist Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags.

Frage: An diesem Freitag kommt es mit drei Tagen Verspätung zum amerikanisch-deutschen Gipfel im Weißen Haus. Was erwarten Sie vom Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit US-Präsident Donald Trump?

Röttgen: Unabhängig von seiner bisherigen Rhetorik bleibt die Bundeskanzlerin für die USA einer der wichtigsten internationalen Partner. Es ist gut und wichtig für beide Seiten, dass sie sich jetzt treffen.

Frage: Das deutsch-amerikanische Verhältnis ist belastet. Wie kann Merkel das Eis brechen?

Röttgen: Die Begegnung bietet Angela Merkel die Chance, eine persönliche Beziehung zu Trump aufzubauen. Inwieweit ihr das gelingen wird, bleibt abzuwarten. Gerade in der Außenpolitik hat man den Eindruck, dass die neue US-Regierung sich wohl erst noch selbst finden muss.

Frage: Hier die sachliche Merkel, dort Heißsporn Trump: Werden die beiden überhaupt ein Vertrauensverhältnis aufbauen können?

Röttgen: Die aktuelle Bedrohungslage zwingt uns zu einer funktionierenden Arbeitsbeziehung. Deutschland und die USA sind zusammen viel stärker, als wenn sie sich auseinanderentwickeln.

Frage: Dass Trump auf Kosten des transatlantischen Verhältnisses den Schulterschluss mit Russlands Präsident Wladimir Putin sucht, befürchten Sie nicht?

Röttgen: Die Sorge war groß. Inzwischen spricht sehr viel mehr dafür, dass Washington gegenüber der Nato und den Europäern auf Kontinuität setzt. Es gab dazu klare Aussagen von Trump selbst. Daher ist die Sorge inzwischen etwas kleiner geworden.

Frage: Deutsche Firmen fürchten Einbußen durch Importzölle. Wie kann Merkel Trump davon abbringen?

Röttgen: In einer globalen Welt kommt man mit einem bilateralen Handelsansatz nicht weit. Trump davon abzubringen, wird jedoch für die Kanzlerin nicht leicht. Der ökonomische Nationalismus ist in der Administration sehr verbreitet, deswegen kritisiert Trump den deutschen Außenhandelsüberschuss gegenüber seinem Land. Dabei betreibt Deutschland keine Dumping-Politik. Wir haben hohe Löhne und eine hohe Qualität. Die Tatsache, dass deutsche Unternehmen in den USA 700 000 Menschen beschäftigen, ist ein überzeugendes Argument gegen die Abschottung.

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