Herr Minister, Sie waren am Freitag zu Gast beim Kreislandvolkverband Oldenburg in Huntlosen. Wie ist Ihr Eindruck von der Stimmungslage in der Landwirtschaft?

LiesDie Landwirtschaft ist schon mächtig unter Druck und auch in großer Sorge, das hat man gemerkt. Dabei geht es zum Beispiel darum, Nachfolger für ihre Betriebe zu finden. Und insofern hat die Landwirtschaft natürlich ein großes Interesse, wettbewerbsfähig zu bleiben. Positiv ist, dass in der Region Tier- und Umweltschutz auch als Chance gesehen werden, die Stärken unserer Landwirtschaft zu verdeutlichen.

Nun treibt das Thema Novelle des Landesraumordnungsprogramms (LROP) viele Landwirte gerade im Nordwesten um. Haben Sie über dieses Thema auch gesprochen?

LiesJa, weil es auch ein wichtiges Thema für die Landwirte ist. Da muss man auch die Sorgen verstehen. Sie sind auf Flächen angewiesen. Wir haben aber eine enorme Verteuerung der Flächen durch Konkurrenzsituationen. Und da ist die Sorge, dass Flächen in Zukunft wiedervernässt werden und so der Landwirtschaft nicht mehr zur Verfügung stehen könnten, groß. Ich habe aber deutlich gemacht, dass es beim Landesraumordnungsprogramm nicht um die Wiedervernässung von Flächen geht. Das hatten wir mit dem LROP auch nicht vor und werden missverständliche Formulierungen im nächsten Entwurf eindeutig klarstellen. Das könnte so im Frühjahr sein.

Das heißt, Sie müssten sich beim Kreislandvolkverband nicht bittere Vorwürfe anhören?

LiesEs gab schon Kritik. Aber ich muss sagen, es war ein sehr guter Dialog. Ich habe das als sehr angenehm empfunden. Eigentlich ist dies ja nicht mein Bereich, aber als Wirtschaftsminister bin ich auch zuständig für die Ernährungsindustrie. Ich will betonen: Die Stärke unserer Region liegt im großen Maße an der hohen Entwicklung, die wir im Bereich der Agrar- und Ernährungswirtschaft gemacht haben. Das ist etwas, was die Region sich selbst hart erarbeitet hat. Es muss auch in unserem Interesse sein, dass sich das, was da an Wohlstand entwickelt hat, auch zu sichern. Wir werden den Dialog fortsetzen.

Olaf Lies ist Wirtschaftsminister des Landes Niedersachsen. Der 47-jähriger SPD-Politiker aus Sande (Kreis Friesland) ist in seinem Ministeramt auch für den Bereich der Ernährungswirtschaft zuständig und sucht so den Dialog mit den Bauern.