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Aktualisiert vor 6 Minuten.

Großeinsatz In Friesoythe
37-Jähriger findet Sprengsatz in Wohnung

NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Ex-Klinikdirektor aus Oldenburg in Wissenschaftlichen Beirat berufen

31.07.2019
Das Gespräch führte
Gaby Schneider-Schelling
Frage: Glückwunsch. Sie sind in den Wissenschaftlichen Beirat beim Klinischen Krebsregister Niedersachsen berufen worden. Was bedeutet dieses neue Amt für Sie?
Prof. Dr. Hans-Rudolf Raab: Erst einmal herzlichen Dank für die Glückwünsche. Vielleicht muss ich zunächst etwas ausholen und erläutern, was es mit dem Klinischen Krebsregister Niedersachsen, kurz KKN, auf sich hat: Bislang gab es in Deutschland keine flächendeckende Erfassung des genauen klinischen Verlaufes von Krebserkrankungen. So ein Register, in dem sehr viele sehr detaillierte Daten (natürlich anonym) ausgewertet werden können, ist ein sehr wirkungsvolles Instrument, um Verbesserungen hinsichtlich aller Aspekte einer Krebserkrankung zu erreichen. Weil all dies so wichtig ist, wurde die Einrichtung solcher Register 2017 gesetzlich zur Pflicht für alle Bundesländer gemacht.
Bis dahin gab es in Niedersachsen nur ein sogenanntes epidemiologisches Krebsregister zur Erfassung der Krebshäufigkeiten, aber nicht der genauen klinischen Daten. Die Registerstelle des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) befindet sich in der OFFIS CARE GmbH in Oldenburg. KKN und EKN arbeiten eng zusammen und haben eine gemeinsame Datenannahmestelle eingerichtet.
Alle Krebserkrankungen in Niedersachsen müssen dem KKN gemeldet werden. Dazu sind die behandelnden Ärztinnen, Ärzte und onkologischen Einrichtungen gesetzlich verpflichtet. Die Patientenrechte, speziell die absolute Vertraulichkeit bei der Datenverarbeitung sind umfassend gewahrt, auch wenn ein grundsätzlicher Widerspruch gegen die Datenerhebung nicht möglich ist.
Ich habe eine langjährige persönliche Erfahrung in der Behandlung und wissenschaftlichen Auswertung sehr unterschiedlicher Krebserkrankungen und weiß daher, wie wichtig es ist, durch die Analyse möglichst großer Datenmengen neue Erkenntnisse zum Wohl der Patienten zu gewinnen. Daran als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des KKN mitwirken zu können, bedeutet für mich nicht nur Ehre und Anerkennung, sondern insbesondere eine gern übernommene Verpflichtung.
Frage: Wurden Sie für diese Aufgabe empfohlen? Wer trifft die Auswahl für die Besetzung des Gremiums?
Raab: Zur Einrichtung des KKN und zur Regelung seiner Arbeit wurde 2017 ein Landesgesetz erlassen. Darin ist auch genau beschrieben, wie sich der Wissenschaftliche Beirat zusammensetzt und wer das Vorschlagsrecht für die Mitglieder besitzt. Es gibt 13 vorschlagsberechtigte Institutionen und dementsprechend 13 Mitglieder des Beirates, von denen mindestens sechs weiblich und sechs männlich sein sollen. Die Mitglieder werden für jeweils drei Jahre vom zuständigen Ministerium berufen. Ich wurde durch das Regionale Tumorzentrum Weser-Ems vorgeschlagen. Die Berufung erfolgte dann durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.
Frage: Was genau werden Ihre Aufgaben sein?
Raab: Der Wissenschaftliche Beirat hat drei zentrale Aufgaben: Erstens berät er das KKN in medizinischer Hinsicht zu der Frage, wie sich die Qualität der Versorgung von Tumorpatienten mit Hilfe der Registerdaten verbessern lässt. Zweitens ist es Aufgabe des Beirates, zu prüfen, ob sich aus den gewonnenen Daten Erkenntnisse über die Einhaltung und Weiterentwicklung der Leitlinien zu den einzelnen Krebserkrankungen gewinnen lassen. Drittens berät der Beirat das KKN bei seiner Zusammenarbeit mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA). In Erfüllung seiner Aufgaben kann der Beirat nicht nur Empfehlungen abgeben, sondern auch verlangen, dass bestimmte Auswertungen der Daten vorgenommen werden.
Frage: Was kann die Arbeit des Beirats für die Verbesserung der onkologischen Versorgung in Niedersachsen bewirken?
raab: Bislang bekommen wir durch wissenschaftliche Auswertungen aus einer Studie, einer Klinik etc. immer nur Ausschnitte des Gesamtgeschehens zu sehen. Dabei ergibt sich sehr oft die Frage, ob und inwieweit diese repräsentativ für das Gesamtbild sind. Das ist bislang für viele Fälle schwer entscheidbar. Mit den Daten aus dem KKN werden wir solche und andere Fragen aber leicht beantworten können. Wir bekommen eine Transparenz für das gesamte Krankheits- und Therapiegeschehen, auch über Fachrichtungen und Sektoren (ambulant oder stationär) hinweg. Das wird uns helfen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und auch Fehler im System aufzuspüren. Dadurch wollen wir Verbesserungspotential ausmachen und Stellschrauben identifizieren, mit deren Hilfe wir dazu beitragen können, die Qualität der Krebsvorsorge und -behandlung Schritt für Schritt zu verbessern.
Mit diesem Vorhaben werden wir aber nur merklich vorankommen, wenn wir die neu gewonnenen Möglichkeiten auch eifrig und zielgenau einsetzen. Kurz gesagt, wir müssen die fraglos vorhandenen PS auf die Straße bringen und dafür Sorge tragen, dass das System möglichst effizient arbeitet. Das bedeutet konkret auch, dass wir sogenannte „Datenfriedhöfe“ vermeiden müssen, also Ansammlungen von Daten, mit denen nichts geschieht. Ich werde mich deshalb sehr dafür einsetzen, dass aus dem Kreis des Wissenschaftlichen Beirates möglichst viele Initiativen für sinnvolle Datenanalysen kommen. Hierzu werden wir in einen permanenten Dialog mit den onkologischen Einrichtungen in Niedersachsen eintreten. Auch die Zusammenarbeit mit den Klinischen Krebsregistern anderer Bundesländer wird ein wichtiger Punkt sein, um die großen Fragestellungen gemeinsam zu entwickeln, Dopplungen zu vermeiden und auch Datensätze für bundesweite Auswertungen zusammenzuführen.
Gaby Schneider-Schelling Chefredakteurin (komm./ViSdP) / Chefredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2006
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