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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Nicht kleckern, sondern klotzen“

15.07.2019
Frage: Tennet hat einen Riesenwindpark in der Nordsee vorgeschlagen. Widerspricht das nicht der Idee, auf dezentrale Erzeugung zu setzen?
Lies: Dezentrale Erzeugung reicht für den Kühlschrank und das Licht zu Hause. Aber das genügt nicht. Wir sind ein Industrieland, dass eine gesicherte, stabile und ausreichende Energieversorgung braucht.
Frage: Niedersachsen setzt auf Wasserstoff. Warum?
Lies: Bei Strom erfolgen Erzeugung, Transport und Verbrauch in der Regel nahezu gleichzeitig, es sei denn, ich habe Batterien mit begrenztem Speicher dazwischen. Grünen Wasserstoff kann ich erzeugen, wenn ich Energie habe. Ich kann ihn puffern und jederzeit verbrauchen. Mit dem Gasnetz gibt es zudem die Chance, die CO2-Belastung im Bestand zu reduzieren. Mischen wir 20 Prozent Wasserstoff ins Gasnetz, könnten wir die Emissionen der gesamten Gasheizungsversorgung in Deutschland um fast ein Fünftel senken.
Frage: Wasserstoff im Gasnetz – ist das nicht gefährlich?
Lies: Wir hatten früher Stadtnetze, wo bis zu 50 Prozent Wasserstoff, damals aus chemischen Prozessen, beigemischt wurden. Das ist überhaupt nichts Neues.
Frage: 2020 will ihr Ministerium 40 Millionen Euro für Wasserstoff ausgeben. Wofür genau?
Lies: Das Geld wollen wir gezielt für innovative Anwendungsprojekte einsetzen. Wir sehen hier dringendsten Handlungsbedarf. Wenn wir an dieser Stelle technologisch nicht zügig vorankommen, gelingt es uns auch nicht, die für den Klimaschutz wichtigen Innovationen in Sachen Erzeugung, Anwendung und Transport auszulösen. Deshalb brauchen wir Reallabore.
Frage: Wäre die Investition nicht Sache der Industrie, oder glaubt die nicht daran?
Lies: Im Gegenteil. Die Wirtschaft will. Wir sind an einer Stelle, an der nicht wir die Industrie überzeugen müssen, dass grüner Wasserstoff wichtig ist. Sondern die Industrie erwartet von der Politik endlich klare Regeln. Ich denke, das merkt auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Da ist es gut, dass der Bund für Herbst eine nationale Wasserstoffstrategie angekündigt hat.
Frage: Eigentlich wollten Sie ein 1000-Megawatt-Programm vom Bund…
Lies: Wir müssen aufhören zu kleckern. Wir müssen klotzen, wenn wir eine Zukunftslösung wie grünen Wasserstoff konsequent umsetzen wollen. Warme Worte helfen da nicht. Ein Unternehmen investiert nicht, weil sich ein Klimakabinett trifft. Es investiert, wenn die Bedingungen stimmen.
Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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