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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Nicht mehr als ein erster Schritt

13.06.2018
Frage: Politischer Durchbruch oder nur große Gesten und schöne Bilder – was bedeutet die Vereinbarung?
Beyer: Das Treffen ist ein wichtiger erster Schritt, um die rhetorische Eskalationsspirale des letzten Jahres zu durchbrechen. Ich hoffe, das Treffen ist ein guter Grundstein für konkrete und praktische Ergebnisse. Ob es die geben wird, ist keineswegs sicher. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre eine abschließende Bewertung verfrüht.
Frage: Der amerikanische Präsident plötzlich überraschend in der Rolle des Friedensstifters – wäre er ein Kandidat für den Friedensnobelpreis?
Beyer: Die Vergabe des Friedensnobelpreises ist eine Entscheidung des Nobel-Komitees in Oslo. Ich plädiere dafür, zunächst die weiteren Entwicklungen abzuwarten.
Frage: Ist das wirklich der Durchbruch zum Abbau des Nuklearprogramms Nordkoreas?
Beyer: Es wird entscheidend darauf ankommen, ob und wie Nordkorea und die USA in den kommenden Wochen die in Singapur getroffenen Absichtserklärungen umsetzen. Ob Kim Jong Un wirklich zur kompletten, überprüfbaren und irreversiblen Denuklearisierung Nordkoreas bereit ist und ob er darunter das gleiche versteht, wie Donald Trump, bleibt ebenfalls abzuwarten.
Frage: Präsident Trump kündigt jetzt den Stopp der gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea an. Macht das die Region sicherer?
Beyer: Auf der koreanischen Halbinsel wurde durch das Treffen ein Deeskalationsprozess eingeleitet, der grundsätzlich sehr positiv zu bewerten ist. Wenn der Preis für eine Denuklearisierung Nordkoreas und seine Rückkehr in die Staatengemeinschaft der Verzicht der USA auf gemeinsame Manöver mit Südkorea wäre, wäre das aus meiner Sicht den Preis wert.
Frage: Sind die Chancen auf ein vereintes Korea jetzt gestiegen? Ist der Weg für eine Wiedervereinigung Koreas jetzt frei?
Beyer: Das Gipfeltreffen war ein wichtiger erster Schritt, ein Signal. Aber es gibt bisher nicht mehr als eine Absichtserklärung, die Detailfragen nicht berührt. Vor einer Prognose bezüglich einer Wiedervereinigung Koreas sind noch viele Schritte zu unternehmen.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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