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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Nicht nur nach Olympiasiegern suchen

13.08.2016
Frage: Herr Dr. Müller, am 1. August haben viele junge Menschen eine Berufsausbildung begonnen. Wie ist die Lage am regionalen Ausbildungsmarkt?
Müller: Die Ausbildungsbereitschaft der regionalen Wirtschaft ist hoch. Seit Oktober 2015 wurden uns 5411 Ausbildungsplätze gemeldet – das sind etwa zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Unternehmen wollen mit Ausbildung ihren späteren Fachkräftebedarf decken. 1709 der gemeldeten Ausbildungsplätze sind noch unbesetzt.
Frage: Das bedeutet...
Müller: ...Jugendliche, die noch auf der Suche sind, haben gute Chancen, fündig zu werden. Noch bis Oktober kann man unproblematisch in die Ausbildung starten, unter Umständen sogar noch später. Wir helfen gern mit Beratung.
Frage: In welchen Bereichen sind die Chancen, jetzt noch einen Ausbildungsplatz zu finden, besonders gut?
Müller: Da gibt es viele. Es sind die ganzen technischen Berufe, das Handwerk einschließlich Elektronik und Bau, der Einzelhandel oder auch die ganze Hotel- und Gastronomiebranche. Übrigens: Viele Angebote sind auch für Studienaussteiger geeignet, von denen es allein im Agenturbezirk Oldenburg/Wilhelmshaven rund 600 pro Jahr gibt. Viele von ihnen wissen gar nicht, wie gesucht sie sind – bis sie zu uns in die Beratung kommen.
Frage: Wie hat sich eigentlich die Zahl der Bewerber entwickelt, die sich bei der Agentur meldeten?
Müller: Das waren bisher 6288, also 5,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ein Grund dürfte sein, dass wir uns als Agentur mit Berufsberatung in den letzten Jahren noch stärker in den Schulen engagieren, mit Berufsorientierung in allen allgemeinbildenden sowie berufsbildenden Schulen, jeweils im Vor-Entlassungsschuljahr. Viele Schülerinnen und Schüler kommen dann auch in eine individuelle Beratung, auch mit Eltern.
Frage: Also ist die Berufsorientierung endlich besser geworden?
Müller: Ja, eindeutig. Aber an einigen Gymnasien könnte noch mehr gemacht werden.
Frage: Wie viele der Jugendlichen, die sich bei der Agentur meldeten, sind noch unversorgt?
Müller: Zurzeit etwa 1700, das sind 17 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Frage: Was ist zu tun?
Müller: Bewerber und Unternehmen könnten noch mehr Flexibilität zeigen. Jugendliche könnten offen für mehr Berufe sein, also von ihrem Traumberuf aus auch nach links und rechts schauen und auch kleinere Betriebe mit oft hohen Gestaltungsmöglichkeiten in die engere Wahl nehmen. Und Betriebe sollen nicht nur – überspitzt gesagt – nach Olympiasiegern Ausschau halten, sondern sich mehr etwa um Haupt- und Realschüler kümmern, die oft gute praktische Fähigkeiten haben und der Firma meist treu bleiben. Oder nehmen wir Zielgruppen wie Studienaussteiger, Migranten, Flüchtlinge, etwas ältere Kandidaten zwischen 25 und 35 Jahre und so weiter. Speziell im ländlichen Raum ist es manchmal auch wichtig, den Jugendlichen mit einer Lösung für die Anreise und Unterbringung entgegenzukommen.
Frage: Was ist Jugendlichen, wenn sie sich für einen Beruf und einen Betrieb entscheiden, besonders wichtig?
Müller: Sie suchen eine sinnvolle Tätigkeit in einem Betrieb mit gutem Betriebsklima und Entwicklungsmöglichkeiten.
Frage: Wenn Betriebe das bieten – wie macht man das unter Schülern bekannt?
Müller: Zum Beispiel, indem man Praktika anbietet, mit guten Ansprechpartnern. Was Jugendlichen gefällt, das machen sie dann schnell selbst über ihre Netzwerke bekannt. Das spricht sich also herum. Sein Image als guten Ausbildungsbetrieb kann man Jahr für Jahr über den „Preis für Innovative Ausbildung“ (PIA) der NWZ  pflegen. Über alle Ideen wird berichtet.
Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040

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