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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Nie dagewesene Industrialisierung der Nordsee

11.11.2013
Frage: Frau Ziebarth, Bundesregierung und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sehen keine Umwelt- und Naturschutzprobleme durch den Bau von Offshore-Anlagen. Ist also alles bestens?
Ziebarth: Nein. Beim Bau von Offshore-Anlagen mit Rammarbeiten wird der vorgegebene Grenzwert von 160 Dezibel in einer Entfernung von 750 Meter von der Rammstelle nach Aussagen des BSH nicht eingehalten. Deshalb kann nicht von einem naturverträglichen Ausbau der Offshore-Windenergie die Rede sein. Es sind aber Lösungen zur Lärmreduzierung möglich, die von der Bundesregierung sichergestellt werden müssen.
Frage: Wird zu viel und zu schnell auf See gebaut?
Ziebarth: Der Offshore-Ausbau bedeutet eine nie dagewesene Dimension der Industrialisierung in der Nordsee, die wir nicht erst während des Baus erforschen und bewerten dürfen. Forschungsergebnisse müssen Grundlage für den nächsten Ausbauschritt sein.
Frage: Gilt das auch für das Thema Zugvögel, die angeblich nicht gestört werden?
Ziebarth: Ja. Erst wenn die Auswirkungen auf den Vogelzug bekannt sind, darf über das Design der Parks entschieden werden. Noch sind viele Fragen offen. Wie reagieren Zugvögel auf Offshore-Anlagen? Wo benötigt es Flugkorridore? Wann sollen die Anlagen und wie lange ausgeschaltet werden?
Frage: Unter Wasser, sagen Forscher, haben bei Offshore-Anlagen der Fischreichtum und die Artenvielfalt zugenommen...
Ziebarth: Dieser Effekt sagt mehr über die Überfischung aus, als über einen positiven Effekt von Windanlagen. Wo keine Fischerei stattfindet, erholen sich die Fischbestände. Die Folge aus der Erkenntnis muss sein, dass wir endlich „No-take-Zone“ (null Fischereizonen) einrichten müssen. Vor allem in den Natura 2000-Schutzgebieten, da diese wichtige Regenerationsgebiete für die Fischbestände sind.
Frage: Wo liegen für Sie die Grenzen von Windparks in der Nordsee?
Ziebarth: Der Ausbau der Offshore-Windenergie darf keine Eigendynamik entwickeln, die immer mehr und weiter bauen heißt. Es geht ja nicht um den Ausbau als Selbstzweck, sondern um einen sinnvollen Energiemix für die Zukunft und dieser hat im Offshore-Bereich Grenzen, die festgelegt werden müssen.
Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
Rufen Sie mich an:
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