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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Noch wichtiger, gegen das Vergessen einzutreten

26.01.2019
Frage: Frau Knobloch, bei Ihrer Gedenkrede im bayerischen Landtag haben die AfD-Abgeordneten für einen Eklat gesorgt und den Saal verlassen. Wie reagieren Sie auf diese Provokation?
Knobloch: Es war ja nicht der erste Eklat, den AfD-Politiker während einer meiner Reden provoziert haben. Die Standing Ovations des Landtages am Ende meiner Rede nach dem Auszug der AfD waren die richtige Antwort auf die Nationalisten. Die AfD lehnt die Gedenkkultur ab und untergräbt damit die demokratische Kultur. Sie verweist zwar darauf, dass sie demokratisch gewählt sei. Aber auch wer demokratisch gewählt ist, ist deswegen noch lange kein Demokrat. Das zeigt die AfD. Mich hat die Reaktion der AfD-Abgeordneten auf meine Rede im Landtag daher auch nicht verwundert.
Frage: Nach Ihrer Rede gab es eine Welle von Hass nicht nur in den sozialen Netzwerken…
Knobloch: Ich werde seit meiner Rede im Landtag am vergangenen Mittwoch massiv beleidigt und bedroht. Die AfD ist ein Sammelbecken für Rechtsradikale, Nationalisten und Antisemiten. Sie will nicht nur unsere Gedenkkultur beseitigen, sondern gefährdet unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. Wenn der Nationalsozialismus und der Holocaust als „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte bezeichnet werden, das Holocaust-Mahnmal als „Denkmal der Schande“ verunglimpft wird und der extremistische Flügel der Partei den Ton angibt, dann ist klar, welcher Geist dort herrscht. Bei den Landtagswahlen in den neuen Bundesländern könnte die AfD die stärkste Partei werden. Das bereitet mir wirklich große Sorgen.
Frage: Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Anlässlich des Holocaust-Gedenktages warnt der Zentralrat der Juden warnt vor einer Geschichtsvergessenheit. Welches Signal sollte vom 27. Januar ausgehen?
Knobloch: Es ist heute noch wichtiger, gegen das Vergessen einzutreten. Unsere Nachkommen müssen wissen, was geschehen ist, damit es sich nicht wiederholt, damit Freiheit und Demokratie gesichert werden. Deshalb ist es so wichtig, diese Gedenktage in dieser Form zu begehen. Es gibt nur noch sehr wenige Zeitzeugen: Wir befinden uns da an einer Schwelle.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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