Herr Westfal, Sie wurden kürzlich von der Mitgliederversammlung zum neuen Präsidenten des Bundesverbandes Breitbandkommunikation Breko gewählt. Warum übernehmen Sie dieses Ehrenamt? Auch bei EWE Tel gibt es doch genug zu tun.

WestfalWir engagieren uns schon lange im Breko. Der Verband ist als Plattform sehr wichtig, gerade für ein regionales Unternehmen wie EWE Tel. Denn der Verband verleiht unserer Stimme in Berlin und Brüssel mehr Gewicht.

Was sind denn die herausragenden Themen für die Branche?

WestfalDer Wettbewerb ist eine tragende Säule für den flächendeckenden Breitbandausbau. Das schnelle Internet und die geeigneten regulatorischen Rahmenbedingungen sind somit zentrale Themen. Gleichzeitig ist das Jahr 2015 wegweisend, weil es insbesondere in Brüssel Strömungen und Bestrebungen gibt, Telekommunikation zu remonopolisieren. Und das ist falsch – gerade auch mit Blick auf die Angebotsvielfalt für den Kunden.

Verleiht die Politik speziell dem Breitbandausbau – Stichwort: schnelles Internet – eigentlich mittlerweile genug Gewicht und Förderung?

WestfalEinerseits ist das Thema überall in aller Munde – Stichwort Digitale Agenda. Hier sind eindeutige Ziele formuliert. Aber wie wir alle gemeinsam diese Ziele erreichen wollen, ist heute noch nicht klar. Die Politik muss Anreize setzen, damit in der Fläche investiert wird. Dazu gehören auch Fördermittel.

Wird es irgendwann ein hochleistungsfähiges Netz für Unternehmen und Private in Deutschland ohne weiße Flecken geben?

WestfalEs wird voraussichtlich mehrere Netze und unterschiedliche technische Lösungen geben. Wir sind insgesamt sicherlich auf einem guten Weg. Aber bis zu jedem Haus in Deutschland schnelle Internetleitungen zu verlegen, das ist sicherlich ein ambitioniertes Vorhaben.

Breko vertritt maßgebliche Festnetzbetreiber. Gibt es bundesweit eigentlich genug Wettbewerb – so wie im Geschäftsgebiet von EWE Tel, also dem Nordwesten?

WestfalUnsere Region ist eine positive Ausnahme. Bei den Fachleuten gelten wir oft als Vorzeige-Region – auch und gerade, weil EWE Tel hier massiv investiert und Fördermittel optimal eingesetzt hat. Heute können wir schon eine Million Haushalte mit schnellem Internet versorgen. In Bayern etwa müssen für ähnliche Maßnahmen Milliarden an Fördergeldern investiert werden. Wenn ich mir als Breko-Präsident etwas wünschen dürfte, dann wäre es: mehr politische Unterstützung für den Wettbewerb und die Unternehmen im Breko.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)