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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Nur bei der FDP lagen Studenten daneben

22.01.2013
Frage: Wahlforscher haben sich vor der Landtagswahl 2013 schwergetan. Sie sahen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün. „Stockvote“ aber kannte das Ergebnis. Wie kommt das?
Grollmann: „Stockvote“, übersetzt etwa „Aktienwahl“, ist ein virtueller Aktienmarkt – nur dass wir keine Aktien von Unternehmen handeln, sondern Wertpapiere für die einzelnen Parteien erstellt haben. Der Markt wurde in der Lehrforschung bei Prof. Dr. Markus Tepe aufgesetzt. Vorbild war der „Iowa Political Stock Market“, mit dem in den USA das genaue Wahlergebnis von George Bush Senior im Jahr 1988 vorhergesagt worden war.
Frage: Wer stimmt bei „Stockvote“ ab und wie?
Grollmann: Es haben sich um die 170 Studenten aus ganz Niedersachsen angemeldet. Jeder Benutzer wurde zu Beginn mit 1000 virtuellen Dollar ausgestattet, die er in Parteien investieren konnte. Jede einzelne Partei hatte einen eigenen Markt, bei dem die Studenten dann ihre Erwartung eintragen konnten. Angenommen, jemand hätte getippt, die CDU würde auf 40 Prozent kommen. Dann hätte er ein entsprechendes Angebot auf den Markt gestellt. Er hätte eine bestimmte Anzahl von Aktien zum Preis von 40 Cent angeboten. Je nach Angebot und Nachfrage hat sich dann schließlich ein „Preis“ für diese Aktie entwickelt und somit auch die Prognose für die Partei.
Frage: Hat Sie das Ergebnis überrascht?
Grollmann: Ja, denn es fiel erstaunlich präzise aus. Unser „Wahllokal“ schloss am Sonnabend um 18 Uhr. Die CDU erlangte bei uns 36,61 Prozent, die SPD 31,45 Prozent und die Grünen 13,59 Prozent. Das ist dem tatsächlichen Ergebnis verblüffend nah. Nur bei der FDP lagen unsere Aktionäre mit 5,54 statt 9,9 Prozent etwas daneben – aber sie waren sich immerhin einig, dass die FDP in den Landtag einzieht, was aus anderen Wahlprognosen nicht deutlich hervorging. Die Piraten erhielten 4,38 Prozent und die Linke 4,57 Prozent – und zogen damit nach Prognose der Händler nicht in den Landtag ein. Die Ergebnisse werden Cornelius Heller und ich jetzt auswerten.

René Grollmann(22) ist Bachelor-Student der Sozialwissenschaften an der Uni Oldenburg. Er hat mit Cornelius Heller das Börsenplanspiel „Stockvote“ im Seminar „Politische Partizipation und experimentelle Methoden“ entwickelt.


Infos unter   www.stockvote.de 

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