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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Ob man zur Wahl geht, ist stark schichtbezogen

18.09.2013

Frage: Mit welcher Wahlbeteiligung rechnen Sie am 22. September?

Schäfer: Das kann man seriös nur sehr schwer voraussagen. Es gibt einen allgemeinen Trend – und das ist eine sinkende Wahlbeteiligung in den vergangenen Jahren – und es gibt die situativen Elemente. Darunter fällt zum Beispiel, ob die Leute glauben, dass es beim Wahlergebnis knapp ausgehen könnte. Bei dieser Bundestagswahl gehe ich eher von einer Wahlbeteiligung auf recht niedrigem Niveau aus.

Frage: Diesmal sagen aber doch Prognosen eine Patt-Situation zwischen Schwarz/Gelb und Rot/Rot/Grün voraus. Das müsste doch demnach stimulieren, zur Wahl zu gehen?

Schäfer: In der Wahrnehmung der Bevölkerung ist es keine Patt-Situation zwischen zwei Lagern, weil Rot/Rot/Grün nicht als Koalition im Wartestand wahrgenommen wird. Es gibt ja ganz andere Optionen, etwa eine Große Koalition, die nicht als Schreckgespenst gesehen wird, die sich viele sogar wünschen.

Frage: Gibt es Auffälligkeiten, wer besonders selten zur Wahl geht – vielleicht nach Alter oder Bildungsstatus?

Schäfer: Es ist eindeutig, dass die Wahrscheinlichkeit zu den Nichtwählern zu gehören, höher ist, wenn man über geringe Bildung und ein geringes Einkommen verfügt. Es ist also sehr stark schichtbezogen, ob man zur Wahl geht. Jüngere Menschen wählen zudem seltener als ältere. (...) Wer mit 30 Jahren noch nie zur Wahl gegangen ist, hat geringe Chancen, das später je zu tun.

Frage: Warum verzichten Menschen denn überhaupt auf ihr Wahlrecht?

Schäfer: Es gibt zwei starke Komponenten. Früher wurde es im Allgemeinen akzeptiert, dass es Bürgerpflicht ist, wählen zu gehen. Ein solches Normverhalten ist heute nicht mehr so weit verbreitet. Außerdem gibt es das Gefühl, dass man sowieso nichts ändern kann.

Frage: Täuscht der Eindruck, dass die Wahl diesmal vielen besonders schwer fällt?

Schäfer: Die Ratlosigkeit hat wohl damit zu tun, dass es zwar Unterschiede besonders unter den kleineren Parteien gibt, aber letztlich nur eine Koalition unter Führung der CDU möglich erscheint. Trotzdem werden es am Sonntag nicht politisch bestens informierte Intellektuelle sein, die das Gros der Nichtwähler stellen, sondern eher politikferne Bürger.

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