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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Sorge um Wasser lässt Ideen sprudeln

15.01.2019

  

Frage: Was ist das Oldenburger Rohrleitungsforum eigentlich genau?
Wegener: Heute geht es bei dem Jahrestreffen der Branche darum, die Menschen, die mit der Ver- und Entsorgung mit Trinkwasser, Erdgas, Abwasser zu tun haben, zusammenzubringen und miteinander reden zu lassen. Nichts ist wichtiger als die Kommunikation miteinander.
Frage: Wie ist die Idee zur Veranstaltung entstanden?
Wegener: Vor gut 30 Jahren hatte mein Vorgänger, Prof. Joachim Lenz, Träger des Oldenburger Bullen, die Idee, eine Plattform für Wissenschaft und Wirtschaft zwischen Theorie und Praxis zu bauen, für all diejenigen, die sich mit Rohrleitungen beschäftigen. Es ging am Anfang nicht unbedingt um das Medium, es ging um das Rohr.
Frage: Warum wurden für die 33. Auflage als Schwerpunkte Trink- und Abwasser gewählt?
Wegener: Gerade im vergangenen Jahr, welches wir als Jahrhundertsommer bezeichnen, haben wir gesehen, wie sehr unsere bestehenden Systeme ausgereizt sind, mancherorts gar an die Grenze zur Überlast gefahren wurden. Ebenso bei den häufiger werdenden sehr starken Niederschlagsereignissen. Da kommen unsere Kanäle an die Grenze, bisweilen gehen Straßen unter, laufen Keller voll. Grund genug, darüber zu sprechen.
Frage: Welche Themen werden noch behandelt?
Wegener: Neben der gesicherten Versorgung mit sauberem Trinkwasser und dem Umgang mit sehr großen und plötzlich auftretenden Niederschlägen – vor allem in Städten – haben wir die Energieversorgung im Blick mit Themen zur Versorgung mit Erdgas: Stichwort Nordstream II und die anstehende Umstellung gerade in unserer Region von L-Gas auf H-Gas. Die Digitalisierung, Automatisierung und deren Auswirkungen sowie die Cybersicherheit sind weitere Schwerpunkte.

Zur Person und zur Veranstaltung

Prof. Dipl.-Ing. Thomas Wegener (62) ist Vorstandsmitglied des „Instituts für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule Oldenburg e.V.“, kurz „iro“, Geschäftsführer der iro GmbH und seit 2014 Vizepräsident für Forschung, Transfer, Gleichstellung und Weiterbildung der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth. An der Jade Hochschule ist er am Standort Oldenburg in den Lehrgebieten „Baubetrieb“ und „Rohrleitungsbau“ tätig.

Das Oldenburger Rohrleitungsforum ist eine Fachkonferenz für alle, die sich irgendwie mit Rohren und Rohrleitungen beschäftigen. Aber auch Interessierte zu allgemeineren Themen wie Trinkwasser, Abwasser, Starkregen, Klimawandel, Energieversorgung etc. können viele Informationen mitnehmen.

Neben einer großen Fachausstellung werden in fünf parallelen Vortragsreihen Projekte und aktuelle Themen diskutiert. Unter Leitung eines kompetenten Moderators referieren in jedem Vortragsblock drei Fachleute jeweils 20 Minuten. Danach wird diskutiert. Circa 130 Referenten und Moderatoren sind insgesamt am Vortragsteil des Forums beteiligt.

Anmeldungen werden bis 23. Januar erbeten. Teilnahmekosten: bis zu 380 Euro. Der Besuch der Fachausstellung ist kostenlos.

Mehr Infos und Anmeldung unter www.iro-online.de

Frage: Das Oldenburger Rohrleitungsforum ist mit jährlich rund 3500 Teilnehmern/Besuchern ein großer Erfolg. Was macht die Faszination aus?
Wegener: Das Oldenburger Rohrleitungsforum ist längst zu einer internationalen Veranstaltung geworden. Sie ist die größte dieser Art – zumindest in Europa. Nirgendwo gibt es die Möglichkeit, so viele Informationen in so kurzer Zeit aufzunehmen, nirgendwo sind so viele Leute aus der Branche auf so kleinem Raum zusammen.
Frage: Es geht ja auch um technische Innovationen. Welche Weiterentwicklungen gibt es eigentlich im Bereich der Wasserrohrleitungen?
Wegener: Die modernen Rohre sind heute vielfältig, es gibt unterschiedlichste Formate – sprich Materialien – für die unterschiedlichsten Anforderungen. Abhängig vom Druck, vom Medium, von Transportmengen und anderen Randbedingungen werden Rohre aus Gusseisen, Stahl, Kunststoff wie zum Beispiel PE, oder Beton eingebaut. Die technische Weiterentwicklung besteht aus vielen kleinen Schritten. Mal sind es Umhüllungen mit besonderen Eigenschaften, mal sind es die Dichtungssysteme oder Materialzusammensetzungen. In jedem Fall passiert immer etwas, es geht immer weiter.
Frage: Die Verschmutzung von Grundwasser durch die Landwirtschaft und Industrie ist ein gravierendes Problem. Wie muss diesem begegnet werden?
Wegener: In der Tat sprechen Sie eine der großen Aufgaben der Zukunft an. Wir müssen alles daransetzen unsere Lebensgrundlagen zu erhalten, zu schützen. Dabei darf der schwarze Peter nicht allein bei der Landwirtschaft oder der Industrie liegen, wir alle sind gefordert. Ein guter Anfang wäre, wenn unsere Rohrleitungssysteme dicht wären, das heißt, wenn zum Beispiel kein verschmutztes Wasser auf dem Weg zur Klärung verloren geht. Und selbstverständlich muss der Eintrag von Schmutzwasser verhindert oder zumindest begrenzt werden. In unserer Region arbeitet der OOWV beispielsweise in einigen Projekten vorbildlich gemeinsam mit Landwirten an dieser Thematik.
Frage: Sind denn die Trinkwassernetze in Deutschland auf zukünftige Anforderungen im Hinblick auf die demografische Entwicklung oder auch die Konsumänderung eingestellt?
Wegener: Man darf nicht dramatisieren. In Deutschland sind wir in einer beneidenswert guten Situation, das merkt man schon, wenn man im Sommer als Tourist in Südeuropa unterwegs ist. Von anderen Gegenden außerhalb Europas ganz zu schweigen. Dennoch haben wir gesehen, dass es lokal gesehen in heißen Sommern zu Problemen kommen kann. Druckreduzierungen im Netz, zeitweiser Ausfall der Versorgung, so etwas ist auch bei uns denkbar und auch schon geschehen.
Frage: Wird das Wasser in Teilen Deutschlands vielleicht bald schon saisonal zur knappen Ressource?
Wegener: Wie gesagt, es kann in besonders heißen Sommern schon passieren, dass das Wasser sehr, sehr knapp wird. Prognosen der Klimaforscher sagen eine steigende Wahrscheinlichkeit derartiger Wetterereignisse voraus, insbesondere in den neuen Bundesländern. Was den Schülern und Schülerinnen zukünftig hitzefrei bescheren wird, wird den Wasserversorgern zum Problem.
Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
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