Frau Budde, Bund und Land melden Rekordzahlen bei den Studierenden? Die Uni Oldenburg auch?

BuddeBei den Erstsemestern, die jetzt neu angefangen haben, haben wir über 1200 Studierende. Das ist der absolute Höchststand.

Was sind die Gründe?

BuddeEs ist zwar ein bundesweiter Trend, aber die Uni Oldenburg ist mittlerweile im Vergleich zu vielen anderen Unis im Norden stärker gefragt. Gerade die Master-Studierenden, die bei uns anfangen, die aus Göttingen, Heidelberg oder München kommen, entscheiden sich ganz bewusst für uns.

Woran liegt das?

BuddeDie European Medical School etwa hat eine gewissen Strahlkraft. Dadurch ist Oldenburg generell mehr als Universitätsstadt bekannt geworden. Mittlerweile weiß auch jeder, dass diese Universität besondere Angebote hat. Das ist neben der European Medical School die Hanse Law School, also sehr europäisch ausgerichtete Studiengänge. In der Lehramtsausbildung sind wir eine der führenden Universitäten in der Bundesrepublik, weil wir alle Schultypen und innovative Konzepte hier anbieten.

Ist ein Fach besonders gefragt?

BuddeDas kann man gar nicht sagen, es ist eigentlich ziemlich durchgängig auf alle Studiengänge verteilt. Wirtschaftsrecht ist ein Fach, was sehr gefragt wird, weil es sich auf die Region fixiert, auf mittelständische Unternehmen eingestellt ist. Auch die Sonderpädagogik wird noch einmal aufgewertet.

Gibt es eine Grenze für das Wachstum?

BuddeDas ist der neuralgische Punkt. Wir freuen uns, dass so viele Studierende nach Oldenburg kommen. Aber das hat natürlich auch Auswirkungen. Der Mangel an Räumen ist ein Problem. Diese Uni wurde vor gut 40 Jahren für 5000 Studierende konzipiert, jetzt sind es 15 000. Aufgrund der Hochschulpaktmittel des Bundes konnten wir Räume anmieten. Aber es gibt Grenzen, etwa bei Laborräumen. Wir werden sicher auch 16 000 Studierende schaffen. Wenn wir eine größere Uni werden sollen, brauchen wir aber die Hilfe des Landes.

Gunilla Budde ist seit 2010 Vizepräsidentin der Universität Oldenburg. Die 55-Jährige ist Professorin für Deutsche und europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie hatte zuvor einen Lehrstuhl an der Uni Bielefeld.