Herr Thümler, ist das Oldenburger Land das Rückgrat der niedersächsischen CDU?

ThümlerJa, man kann die Formulierung gebrauchen. Die CDU ist ja erst sehr spät eine einheitliche Landespartei in Niedersachsen geworden, in den 1960er Jahren. Die CDU-Verbände waren bis dahin eigenständig. Der Landeverband der CDU in Oldenburg ist natürlich auch aufgrund seiner Wahlergebnisse immer eine feste Bank für die CDU in Niedersachsen gewesen. Und wenn man die personellen Ressourcen sieht, die Oldenburg über viele Jahre zur Verfügung gestellt hat, auf Bundes- und auf Landesebene, dann kann man tatsächlich von Rückgrat reden.

Was macht den Landesverband so besonders?

ThümlerWir haben ein gutes Gespür dafür, die Dinge, die sich bewährt haben, zu bewahren; sind also konservativ im positiven Sinne. Im nordoldenburgischen sind wir eher liberal geprägt. Dadurch, dass wir beide Elemente vereinen, finden wir immer eine Position, die der Mehrheit der Bevölkerung zusagt.

Was hat sich in der CDU verändert in 70 Jahren?

ThümlerDas positive ist, dass die CDU es geschafft hat, eine Einheit in Niedersachsen zu bilden, aber gleichzeitig auf regionale Unterschiede Rücksicht zu nehmen und auf regionale Befindlichkeiten einzugehen. Es ist gut, dass die CDU in Niedersachsen akzeptiert, dass es einen eigenen Landesverband Oldenburg in den Grenzen des alten Oldenburger Landes gibt. Die positiven Elemente der regionalen Strukturen sind übernommen worden. Alles, was an Folklore erinnert, wurde beiseitegelassen.

Wie wichtig ist das Oldenburger Land für die CDU bei den anstehenden Wahlen?

ThümlerWir wollen bei den Kommunalwahlen wieder Mehrheiten gewinnen in den Rathäusern und Kreistagen. Da ist natürlich das Oldenburger Münsterland eine absolute Bank. Ich glaube aber, dass wir auch im nördlichen Oldenburger Land unsere Hausaufgaben in den vergangenen Jahren gemacht haben. Der Weg über die Rat- und Kreishäuser führt auch zur Regierungsmehrheit im Landtag.

Björn Thümler ist seit 2010 Fraktionschef der CDU im niedersächsischen Landtag. Mit dem Antritt der Regierung Weil 2013 wurde der 45-Jährige aus Berne in dieser Funktion Oppositionsführer im Landesparlament.