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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Pflegekräfte müssen besser bezahlt werden

23.07.2018
Frage: Herr Laumann, der Beitrag zur Pflegeversicherung soll stärker als geplant steigen, um 0,5 statt um 0,3 Prozentpunkte. Werden die Pflegereformen von Schwarz-Rot zum Mühlstein für die Beitragszahler?
Laumann: Die Bedingungen für die Fachkräfte müssen verbessert und mehr Pflegerinnen und Pfleger eingestellt werden. Die Beschäftigten sollen auch endlich besser bezahlt werden. Das hat natürlich seinen Preis. Daher werden die Beitragszahler nicht um höhere Beiträge herumkommen. Die Forderung der Pflegekassen nach einem Anstieg um 0,5 Prozentpunkte halte ich für realistisch.
Frage: Vor zwei Jahren haben Sie – damals noch als Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung – jährlich 20 000 zusätzliche Stellen in der Pflege gefordert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verspricht jetzt 13 000 Stellen. Ein Tropfen auf dem heißen Stein?
Laumann: Man kann keine Dinge in einen Koalitionsvertrag schreiben, die man dann nicht umsetzen kann. Die 20 000 Stellen ergeben sich, wenn man mit zwei bis drei Prozent mehr Pflegebedürftigen pro Jahr rechnet. Es wird aber herausfordernd genug, die 13 000 Stellen zu besetzen. Das Gewinnen von Pflegekräften wird eine der entscheidenden Versorgungsfragen werden.
Frage: Verdi fordert 80 000 neue Stellen…
Laumann: Woher sollen die Menschen dafür kommen? Wir haben in Nordrhein-Westfalen bereits 80 Prozent mehr Plätze in der Ausbildung als noch vor zehn Jahren. Trotzdem reicht das nicht. Und es gibt auf dem Markt einfach keine Pflegekräfte mehr. Kurzfristig schon gar nicht. Eine Ausbildung in der Pflege dauert drei Jahre. In vielen Bundesländern bekommen junge Menschen, die eine Lehrstelle wollen, nicht immer eine. Stinksauer bin ich auf die Länder, die noch immer von den Azubis Schulgeld nehmen!
Frage: Die Notfallaufnahmen der Krankenhäuser sind seit Jahren verstopft. Kassenärzte wollen Akut-Patienten jetzt per Telefon zum richtigen Arzt oder in eine Rettungsstelle dirigieren. Kann das funktionieren?
Laumann: Von dem Plan, über die Notdienstnummer 116117 der niedergelassenen Ärzte die Patienten zu steuern, halte ich sehr viel. In der Region Ostwestfalen-Lippe mit fast 300 000 Einwohnern machen wir gerade einen groß angelegten Test. Wird die Notdienstnummer gewählt, kann ein Rettungswagen losgeschickt werden. Der Arzt kann dann entscheiden: Wird der Patient in eine Notaufnahme gebracht oder reicht die Behandlung bei einem niedergelassenen Mediziner? So ist eine gute Steuerung hinzubekommen, die Rettungsstellen entlastet. Notwendig ist ein zweiter Schritt, die Einrichtung von Arztpraxen direkt bei den Ambulanzen der Kliniken. Dort braucht es eine Rezeption, wo entschieden wird: Kommt der Patient in die Rettungsstelle oder kann er von einem niedergelassenen Kassenarzt behandelt werden? In NRW werden wir dies ab 2022 einführen. In 16 Kliniken sind wir schon so weit. Die sektorenübergreifende Versorgung müssen auch andere Bundesländer hinbekommen.
Petra Sorge Korrespondentenbüro Berlin
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