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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Pharmapreise treiben Kosten in die Höhe

15.10.2015
Frage: Herr Lauterbach, 2016 müssen Arbeitnehmer voraussichtlich 0,2 Prozentpunkte mehr Beitrag für ihre Krankenversicherung zahlen. Wann zieht die Große Koalition die Notbremse?
Lauterbach: Es ist noch nicht gesagt, dass die Beiträge tatsächlich in dieser Höhe steigen. Das wäre nur dann der Fall, wenn das Defizit von etwa drei Milliarden Euro eins zu eins auf die Beitragszahler umgelegt würde, ohne dass die Kassen an ihre Rückstellungen herangehen würden. Diese liegen im Moment bei mehr als 25 Milliarden Euro. Ich rechne damit, dass die Belastung, die im nächsten Jahr bei den Versicherten ankommt, deutlich geringer sein wird als 0,2 Prozentpunkte. Dennoch: Wir müssen den Ausgabenanstieg im Blick halten. Die SPD fordert, noch in dieser Wahlperiode zur paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zurückzukehren. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen wieder gleiche Beiträge zahlen müssen.
Frage: Warum wollen Sie die Wirtschaft stärker belasten? Die Politik und ihre Reformen sind doch schuld an den Mehrausgaben.
Lauterbach: Wir geben mehr Geld für eine gute Pflege in den Kliniken, für Ärzte in unterversorgten Regionen und für Hausärzte aus. Auch die Wirtschaft kann nicht bestreiten, dass diese Maßnahmen sinnvoll sind. Wenn die Krankenkassen schon jetzt angesichts hoher Tarifabschlüsse und guter Beschäftigungslage erhebliche Defizite machen, ist das ein Alarmzeichen. Wir dürfen nicht vergessen, dass überhöhte Pharmapreise die Kosten zusätzlich in die Höhe treiben. Die Industrie kann nicht hohe Beitragsbelastungen beklagen, wenn die Unternehmen der Pharmabranche zum Beispiel mit Krebsmedikamenten exorbitante Gewinne einfahren. Wir werden in der Großen Koalition bald über ein neues Arzneimittel-Sparpaket sprechen müssen.
Frage: Was raten Sie Krankenversicherten?
Lauterbach: Wenn einzelne Krankenkassen ihre Rücklagen verschonen und ihre Zusatzbeiträge anheben, könnte der Versicherte kurzfristig über einen Kassenwechsel nachdenken. Er sollte schauen, ob er Kassen mit ähnlichem oder besserem Leistungsspektrum findet. Es gibt sehr viele gute Krankenkassen, die nicht mehr als 0,9 Prozent Zusatzbeitrag verlangen.
Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
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