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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Politik muss mit Angehörigen der Opfer sprechen

23.04.2015
Frage: Herr Marbach, Sie sind unzufrieden mit den politischen Konsequenzen aus den Klinikmorden. Warum?
Marbach: Wir haben gesagt, wie warten den Prozess ab, verschnaufen einmal, aber jetzt wollen wir, dass die Dinge auch umgesetzt werden. Das Thema Patientensicherheit ist im Landtag, die Änderung des Krankenhausgesetzes soll beschlossen werden. Wir stellen aber erstaunt fest, dass keine Gespräche mit den Betroffenen stattfinden.
Frage: Was meine Sie genau?
Marbach: Man hat immer nur über uns als Angehörige gesprochen, aber nie mit uns. Niemand, keine Ministerin, keine Abgeordneter. Sie haben nicht die Chance genutzt, sich bei uns zu informieren oder zu fragen: Wie können wir euch denn unterstützen?
Frage: Was wären Ihre Forderungen an die Politik?
Marbach: Wir würden gerne die Sicht von Betroffenen vorbringen. Bei den Anhörungen zur Änderung des Krankenhausgesetzes im Sozialausschuss waren zwar Vertreter diverser Institutionen, Unternehmen und Interessengruppen eingeladen, jedoch kein Vertreter der Angehörigen der Opfer. Das ist sehr bedauerlich. Ich möchte die Landtagfraktionen bitten, dieses umgehend nachzuholen.
Frage: Welche Maßnahmen für mehr Patientensicherheit sind notwendig?
Marbach: Grundsätzlich ist die geplante Gesetzesänderung gut. Wir fordern aber, dass wir in den Sonderausschuss des Landtags, in dem es vor allem um politische Verantwortung geht, einbezogen werden. Wir unterstützen die Forderung nach einem Patientenbeauftragten in jedem Krankenhaus. Das muss jemand sein, der ohne Rücksicht auf Klinikum oder Politik die Interessen der Patienten vertreten kann.
Frage: Fürchten Sie, dass das Interesse der Politik nachlässt?
Marbach: Mit Verwunderung haben wir festgestellt, dass der Punkt Krankenhausgesetz im April von der Tagesordnung des Landtags abgesetzt wurde. Das ist mir unerklärlich, weil es doch Konsens gibt. Ich habe schon das Gefühl, dass die Sache jetzt nicht mehr so heiß gekocht wird, seit der große Aufschrei durch ist.

Christian Marbachspricht für die Angehörigen der Opfer des Klinikmörders Niels Högel, die im Prozess als Nebenkläger auftraten. Auch der Großvater des 45-jährigen Marbach wurde vom Ex-Pfleger getötet. Der gelernte Controller ist parteiloser Ratsherr in Ganderkesee.

Marco Seng Redakteur / Reportage-Redaktion
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