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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Protestparteien zünden meist erst kurz vor der Wahl

11.09.2013
Frage: Kaum waren Griechenland-Hilfen wieder im Gespräch, legte die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) in Umfragen zu. Wie eng ist das Schicksal der AfD an den Euro geknüpft?
Jung: Das ist ganz klar das dominierende Thema für die Partei. Eine erneute Zuspitzung der Euro-Krise wäre natürlich Wasser auf die Mühlen der AfD. Aber sie haben auch das Potenzial einer allgemeinen Protestpartei, unabhängig vom Euro. Für Unzufriedene könnte die AfD eine Option sein.
Frage: Welchen etablierten Parteien könnte die AfD Wähler abzwacken?
Jung: Die größte Schnittmenge gibt es mit potenziellen Wählern der Linkspartei. Auch die Linken können eine diffuse Protestmentalität bei den Wählern ansprechen. Das haben sie mit der AfD gemeinsam. Aus welchen Parteien die heutigen Mitglieder der AfD kommen, spielt eher eine untergeordnete Rolle für ihre potenziellen Wähler.
Frage: Muss die Union also kaum Wählerabwanderung zur AfD fürchten?
Jung: Das größte Vertrauen genießt die Kanzlerin bei den Wählern der Union in der Euro-Frage. Beim wichtigsten AfD-Thema ist die Union damit beinahe immun gegen eine Wählerabwanderung zur AfD. Eher konservative Wähler bleiben ihrer Stammpartei ohnehin meist treu.
Frage: Fischt die AfD stattdessen am rechten Rand?
Jung: Einzelne Werbespots der Partei – zum Beispiel zu Migranten – sind so formuliert, dass sie in einem rechtspopulistischen Milieu zumindest nicht auf Widerspruch stoßen würden.
Frage: Hat die AfD im Wahlkampf Fehler gemacht?
Jung: Protestparteien werden in der Regel bei Wahlen groß, die als unwichtig angesehen werden. Dann fallen den Menschen Experimente leichter, als ausgerechnet bei der Bundestagswahl, die von den meisten als die einzig wichtige Wahl angesehen wird. Deshalb war es ein Fehler der AfD, nicht bei der Landtagswahl in Bayern anzutreten, dort wo sie mit dem Euro-Thema hätten punkten können.
Frage: Hat die AfD noch eine Chance, in den Bundestag zu kommen?
Jung: Protestparteien zünden meist erst kurz vor der Wahl. Viele Protestwähler entscheiden sich sogar erst auf den letzten Metern. Aber die AfD ist natürlich nicht die einzige Partei, die dann infrage kommt.

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