Herr Wendt, wie lautet Ihre Bilanz zur Hooligan-Demo in Hannover?

WendtDie Polizei hatte immer alles im Griff. Der hohe Kräfteaufwand hat abschreckend gewirkt.

Hätten Sie die Veranstaltung verboten?

WendtNein, das ist der Preis für Demokratie. Ein Verbot kann immer nur das äußerste Mittel sein. Aber die für Hannover gemachten Auflagen für die Hooligans war zugleich der letzte Warnschuss: Daran hängt, ob überhaupt noch mal ein derartiger Aufmarsch genehmigt würde.

Hat der hohe Personalaufwand auch die Polizisten selbst geschützt?

WendtGanz eindeutig. Das schließt die eigenen Reihen. Für mich ist beeindruckend, wie herausragend gut die Polizeiführung in Hannover die Logistik bewältigt hat. So musten innerhalb von 24 Stunden 2900 auswärtige Polizisten untergebracht und versorgt werden. Alles klappte glänzend. Ein guter Schachzug war auch der starke Einsatz von Polizistinnen. Frauen wirken deeskalierend.

Mancher hat sich an dem martialischen Auftritt mit Wasserwerfern und gepanzerten Räumfahrzeugen gestört. Sie auch?

WendtIm Gegenteil. Die Polizeiführung hat die Wasserwerfer beispielsweise keineswegs versteckt, sondern gut sichtbar ganz nach vorne gezogen. Das zeigt Entschlossenheit und schreckt ab.

Rechnen Sie mit weiteren Hooligan-Demos?

WendtJa. Die Hooligans haben ein Gefühl bei den Bürgern mit dem Kampf gegen Salafisten getroffen. Das ist eine Lücke, die die Parteien lassen. Zugleich nutzen Rechtsextreme die Hooligans immer mehr als Instrument. Rechte ziehen die Strippen.