Albert Lüken studiert derzeit an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Der Diakon und angehende Priester aus Barßel (Landkreis Cloppenburg) war bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz dabei.
Herr Lüken, wie war die Stimmung auf dem Petersplatz?
LükenEs herrschte eine sehr freudige Stimmung. Ich war um 6.45 Uhr beim Petersplatz, um 8 Uhr gingen die Tore dann auf und es herrschte freudige Erwartung, auf das, was jetzt kommt. Als der Papst dann mit dem Papamobil auf den Platz fuhr, brach Jubel aus. Die Leute riefen „Benedetto“ und freuten sich. Was Papst Benedikt dann gesagt hat, hat mich überrascht. Sonst spricht er bei den Audienzen über Erzählungen aus der Bibel – heute hielt er eine sehr persönliche Abschiedsrede, in der er auch vielen Menschen dankte.
Wie wirkte der Papst auf Sie?
LükenMan hat ihm angesehen, dass es ein sehr ernster Moment für ihn war. Er sah sich in der Rolle des Theologen, der nun einen Abschied finden muss. Er war sehr zurückhaltend, vielleicht auch in Erwartung auf das, was dann ab Freitag auf ihn zukommt – das Gebet und die Meditation. Das hat man heute gesehen.
Was wird das Konklave ergeben?
LükenWenn ich das wüsste. Es wird einen Papst finden, aber wie lange das dauern wird, ist noch offen. Es geistern viele Namen durch Rom, die mit den deutschen Vermutungen ziemlich deckungsgleich sind. Der neue Papst muss das Kunststück vollbringen, die Weltkirche zu einen. Papst Benedikt hat seine deutsche Herkunft nicht in den Vordergrund gestellt, sondern weltkirchlich agiert. Auch der neue Papst muss seine Herkunft hintenanstellen.
