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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Zur Hölle: Wider das Verteufeln

30.10.2018
Frage: Reformation oder Halloween – was feiern Sie?
Möllenberg: Na, die Frage erübrigt sich fast: Als evangelischer Theologe schlägt mein Herz natürlich für die Reformation. Andererseits: Als Kind hätte ich Halloween sicher faszinierend gefunden mit all den Kürbissen, Gespenstern und Gruselgeschichten. Aber damals spielte Halloween noch überhaupt keine Rolle.
Frage: Das Motto Ihres Reformationsgottesdienstes lautet „Zur Hölle mit dem Teufel“ –eine Anspielung auf Halloween?
Möllenberg: Natürlich haben wir einen plakativen Titel gewählt – auch mit Blick auf Halloween. Die größere Rolle spielt aber die historische Perspektive: Vor 500 Jahren zu Zeiten der Reformation war der Teufel sehr präsent in der Gesellschaft. Man weiß, dass Luther wie fast alle seine Zeitgenossen fest an den Leibhaftigen geglaubt und ihn als reale Person hat wirken sehen. Und Dank Erfindung des Buchdrucks waren unzählige Teufels-Illustrationen auf Flugblättern im Umlauf: Die Protestanten zeigten darauf den Papst als Teufel. Und die Katholiken stellten natürlich Luther als den Gehörnten dar.

Gottesdienste

In Jever lädt die Ökumene zum Reformationsgottesdienst am 31. Oktober um 18 Uhr in die Stadtkirche ein. Das Motto des Abends: „Zur Hölle mit dem Teufel“.

„Zu Hause bei Familie Luther“ ist Thema des Gottesdienstes an diesem Dienstag, 30. Oktober, 10.30 Uhr, im Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch. Am 31. Oktober beginnt um 10 Uhr in Sandes St. Magnus-Kirche ein ökumenischer Gottesdienst zur Reformation.

In Horumersiel feiern Pastorin Sabine Kullik und Pfarrer Lars Bratke einen ökumenischen Gottesdienst im Paul-Gerhardt-Haus. Am 31. Oktober um 18 Uhr geht es darum, da etwas zu verändern, wo Strukturen sich verkrustet und das Evangelium überdeckt haben.

Frage: Gegenseitige Verteuflung. . .
Möllenberg: Wir schmunzeln darüber heute, aber die Verteuflung nahm dramatische Züge an. Im Dreißigjährigen Krieg hat jede Seite die andere verteufelt. Der Zweck ist: Wer jemanden verteufelt, der entmenschlicht ihn. Und dann fällt es leichter, den verteufelten Gegner umzubringen – denn den Teufel muss man ausmerzen. Die Gefahr, dass das heute noch genauso funktioniert, ist groß – das sehen wir heute leider überall auf der Welt.
Frage: Also müsste das Motto eigentlich lauten „Zur Hölle mit der Verteuflung?“
Möllenberg: Genau. Denn es gilt, Verteuflungen zu durchschauen und sie sich bewusst zu machen, also das eigene Denken zu korrigieren. Entlarven ist ein tolles Wort, das dafür perfekt passt: Die Larve ist eine Maske – das Wort stammt vom Lateinischen larva/Gespenst. Es geht darum, die äußere, die Teufelshülle abzupulen – und schon hat man den Menschen vor sich, der so gar nichts Teuflisches an sich hat. „Zur Hölle mit dem Teufel“ ist natürlich doppeldeutig gemeint: Zum einen im Sinn der Reformation, zum anderen: der Teufel kann da ruhig bleiben, wir wollen ihn in der heutigen Welt nicht.
Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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