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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Rentensystem braucht eine Reform

08.07.2015

Frage: Herr Laumann, von der Förderung der Riester-Rente profitieren nach einer neuen Studie vor allem Gutverdiener. Ist das im Sinne des Erfinders?

Laumann: Nein. Riester war darauf angelegt, möglichst alle zu erreichen. Jetzt müssen wir feststellen, dass gerade Geringverdiener entweder keine Riester-Verträge haben oder nicht die volle Förderung ausschöpfen. Wenn wir da nicht nacharbeiten, werden wir bald vor dem Problem stehen, dass viele, die unterdurchschnittlich verdienen, später keinen Rentenanspruch oberhalb des Grundsicherungsniveaus haben werden. Das darf nicht sein. Die Rentenversicherung bekommt ein Akzeptanzproblem, wenn Geringverdiener trotz jahrzehntelanger Beitragszahlungen nicht mehr vor Altersarmut sicher sind.

Frage: Was läuft schief, wenn 38 Prozent der Gesamtförderung auf die oberen zwei Zehntel der Einkommensskala entfallen?

Laumann: Meine größere Sorge ist, dass Geringverdiener zu wenig oder auch gar nicht riestern. Wir haben die Riester-Förderung jetzt seit mehr als zehn Jahren. Es ist höchste Zeit für eine umfassende Evaluierung. Wir müssen klären, ob das System Altersarmut wirksam verhindert. Wer keinen Riester-Vertrag hat, verfügt meistens auch nicht über Betriebsrenten-Ansprüche. Wer ein Leben lang eingezahlt hat, muss im Alter mehr haben als Sozialhilfeempfänger. Ansonsten würden wir das Leistungsprinzip aufgeben.

Frage: Ist die Riester-Rente in Zeiten von Niedrigzinsen überhaupt noch das richtige Modell?

Laumann: Niemand weiß, wie lange diese Niedrigzins-Zeiten anhalten. Gemessen an einem ganzen Arbeitsleben wird es voraussichtlich nur eine überschaubare Periode sein. Riester hat sich für Geringverdiener nicht bewährt. Da müssen wir nacharbeiten – entweder durch eine Reform innerhalb des Riester-Systems oder in der gesetzlichen Rentenversicherung. Wir können nicht zulassen, dass die Zahl der Rentner in der Grundsicherung rapide ansteigt.

Frage: Wie sieht Ihr Reformvorschlag konkret aus?

Laumann: Es stellt sich die Frage, ob ein freiwilliges kapitalgedecktes System wie die Riester-Rente verbindlicher werden muss. Eine Alternative wäre eine Lösung über die gesetzliche Rentenversicherung.

Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
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