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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Rückkehrrecht lässt Beschäftigten mehr Selbstbestimmtheit

18.04.2018
Frage: Beim Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit soll es jetzt schnell gehen – ab 1. Januar 2019. Warum ist Ihnen das Gesetz so wichtig?
Buntenbach: Wir Gewerkschaften wollen schon lange, dass eine vorübergehende Arbeitszeitreduzierung gesetzlich ermöglicht und abgesichert wird. Das Rückkehrrecht gibt Beschäftigten mehr selbstbestimmte Flexibilität und schützt sie davor, in der Teilzeitfalle hängen zu bleiben. Die schnappt nicht nur, aber vor allem bei Frauen zu – mit negativen Auswirkungen auf das gesamte Arbeitsleben und die spätere Rente. Einmal Teilzeit, immer Teilzeit – dagegen würde das Rückkehrrecht helfen.
Frage: Die allermeisten Beschäftigten arbeiten bei Betrieben mit weniger als 45 Mitarbeitern. Ist das Gesetz damit nicht eher ein Feigenblatt?
Buntenbach: Unser Vorschlag ist, dass alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein gesetzliches Recht auf befristete Teilzeit mit Rückkehrrecht bekommen, ohne Ausnahmen und Quoten für kleine und mittlere Betriebe. Die Widerstände aus der Wirtschaft waren aber in der letzten Legislaturperiode so groß, dass das Vorhaben, das eigentlich schon 2017 umgesetzt werden sollte, erst einmal gescheitert ist. Gut, dass es jetzt wieder angegangen wird – da reicht der Koalitionsvertrag sicher nicht aus, ist aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.
Frage: Bei den Betrieben mit 45 bis 200 Mitarbeitern erhalten nur wenige Beschäftigte den Anspruch auf Vollzeitrückkehr. Auch das ist ein schmerzhafter Kompromiss, oder?
Buntenbach: Ja, in der Tat. Diese sogenannte Zumutbarkeitsgrenze ist nicht sachgerecht und wird in der Handhabung Schwierigkeiten bereiten. Außerdem ist unklar, wie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgewählt werden, die den Anspruch geltend machen sollen.
Frage: Was ist aus Ihrer Sicht nach dem Rückkehr-Recht die nächste dringende Aufgabe, auf die sich die Große Koalition stürzen muss?
Buntenbach: Wir brauchen eine Beschränkung der sachgrundlosen Befristungen und Kettenbefristungen. Darauf haben sich die Koalitionäre geeinigt, und wir erwarten, dass das schnell umgesetzt wird. Das ist gerade für junge Leute beim Einstieg in das Berufsleben wichtig, damit sie eine sicherere Perspektive haben.
Tobias Schmidt
Korrespondentenbüro Berlin
Tel:
0441 9988 2018

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